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8. September: Welttag der Alphabetisierung

08.09.2020

Ausstellungseröffnung im Grundbildungszentrum Frankfurt (Oder)


Jedes Jahr am 8. September wird weltweit daran erinnert, dass es in vielen Ländern immer noch ein Privileg ist, lesen und schreiben zu können. Weltweit können mehr als 750 Millionen Menschen nicht ausreichend lesen und schreiben. In Deutschland gelten nach Ergebnissen der LEO-Grundbildungsstudie 2018 rund 6,2 Millionen Deutsch sprechende Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 Jahren als gering literalisiert. In Zeiten der Pandemie sind diese Menschen mehr als zuvor von der Gesellschaft isoliert. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, auf die Bedeutung von Alphabetisierung und Grundbildung hinzuweisen. Anlässlich des Weltalphabetisierungstages machen sich deutschlandweit viele Institutionen, Organisationen, Initiativen und soziale Einrichtungen stark für die Betroffenen.

Ausstellungseröffnung „Familie ist der erste Bildungsort“
Am 8. September, dem Weltalphabetisierungstag, wird um 17.00 Uhr im Foyer der Volkshochschule Frankfurt (Oder) eine Ausstellung zum 5. Jahrestag der Einrichtung des Grundbildungszentrums eröffnet. Zur Eröffnung wird Milena Manns, Dezernentin für Kultur, Bildung, Sport, Bürgerbeteiligung und Europa, anwesend sein.

Die Ausstellung trägt den Titel „Familie ist der erste Bildungsort“, denn Schwerpunktthema der Arbeit des Frankfurter Grundbildungszentrums ist Family Literacy – lesen, schreiben, sprechen in Familien. In den vergangenen fünf Jahren wurden offene Lernangebote wie die Lerncafés eingerichtet. Auch die Veranstaltungsreihe „Mach was mit Buchstaben und mit Zahlen!“, die 2018 mit dem Weiterbildungspreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet wurde, ist im Grundbildungszentrum entwickelt worden. Weitere Schwerpunkte der Arbeit sind die Koordination des Frankfurter Alpha-Netzes, das im November 2015 gegründet wurde und die Öffentlichkeitsarbeit.

Mach was mit Buchstaben und mach was mit Zahlen
Im Herbstsemester 2020 wird das Veranstaltungsformat „Mach was mit Buchstaben und mach was mit Zahlen!“ im Eltern-Kind-Zentrum Nord weitergeführt. Jeden Mittwoch ab 16.00 Uhr sind Familien mit Kindern im Vor- und Grundschulalter eingeladen, in die Welt der Buchstaben und Zahlen zu reisen. Auf dem Programm stehen Vorlesen, Erzählen, erstes Rechnen, Briefe schreiben und Kalender gestalten. Man kann ohne Anmeldung einfach spontan zu den Veranstaltungen kommen.

Die Information, dass immerhin 12,1 % der erwachsenen berufsfähigen Bevölkerung so wenig lesen und schreiben können, dass sie ständig auf Hilfe angewiesen sind, überrascht immer wieder. Fragen wie: „Wie kann es trotz Schulpflicht dazu kommen?“, „Trauen sich diese Menschen, ihr Handicap zuzugeben?“ oder „Welche Angebote gibt es denn für diese Menschen?“ werden dann oft gestellt. Anhand von Biografien von Menschen, die als Erwachsene lesen und schreiben gelernt haben, können Antworten auf diese Fragen gegeben werden.

Eine wichtige Botschaft in diesem Zusammenhang wird vom Grundbildungszentrum von Anfang an verbreitet: Mit regelmäßigem Vorlesen können Eltern ganz viel dafür tun, dass die Bildungsbiografie ihrer Kinder erfolgreicher wird. Deshalb haben in den letzten fünf Jahren auf Initiative des Grundbildungszentrums viele Vorlese-Aktionen stattgefunden. Dazu gehören das Lesepicknick, der bundesweite Vorlesetag und StadtLesen, das 2019 in Frankfurt (Oder) zu Gast war.

Die Arbeit des Grundbildungszentrums wird gefördert durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg.

Kontakt:
Volkshochschule Frankfurt (Oder)
Gartenstraße 1
15230 Frankfurt (Oder)
Projekt Grundbildungszentrum
Carmen Winter
Tel.: (0335) 54 20 25
E-Mail: grundbildung@vhs-frankfurt-oder.de
www.vhs-frankfurt-oder.de/index.php?id=179
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de