Meldung

21. poesiefestival berlin: Planet P

02.06.2020

Online Edition #planetpgoeson


Wegen der weltweiten Covid-19-Krise findet das poesiefestival berlin in diesem Jahr zum ersten Mal in seiner 21-jährigen Geschichte online statt. Weltweit und für jeden von zu Hause aus abrufbar präsentiert es unter www.poesiefestival.org rund 150 Autorinnen und Autoren aus 29 Ländern und von vier Kontinenten in Gesprächen, Lesungen, Slams, Interviews und Workshops. Dabei bleiben bewährte Formate wie Weltklang - Nacht der Poesie und der Übersetzungsworkshop VERSschmuggel erhalten. Sie wurden in Zoom-Konferenzen, Videos, Audio-Aufzeichnungen usw. auf der ganzen Welt produziert und in Berlin online-tauglich postproduziert. Während des Festivals schließen sich Live-Formate an. Die Poetische Bildung bietet Fortbildungen für Lyrikvermittlerinnen und -vermittler, Workshops zu Klangpoesie und Poetry Yoga sowie Abschlusspräsentationen des poetischen Nachwuchses.

Das Haus für Poesie und das Festivalteam sind überzeugt, dass das kulturell-soziale Leben auch im Ausnahmezustand nicht stillstehen sollte. In der Fähigkeit der Dichtung, Wirklichkeit mit Sprache zu erfassen, kann Poesie unmittelbar zu den Menschen sprechen und als wendige Gattung kreativ auf die Krise reagieren.

Das Onlinefestival #planetpgoeson ist ein Wagnis, eine Herausforderung und ein Experiment, da alle Beteiligten sich nur eingeschränkt bewegen können. Es ist aber auch die Chance, weiter zusammenzuarbeiten und belangvolle Inhalte zu produzieren in einer Zeit, in der Veranstaltungsabsagen die Existenzgrundlage vieler Kulturschaffender und Künstlerinnen und Künstler bedrohen.

Der Auftakt des poesiefestival berlin zieht vom Kiez ins Netz
Mit den Poets‘ Home (Corners) beginnt dieses Jahr der Countdown zum 21. poesiefestival berlin wie jedes Jahr in den Berliner Bezirken. Und doch ist alles anders. Statt an öffentlichen Orten können Zuschauerinnen und Zuschauer vom 29. Mai bis zum 4. Juni jeden Tag jeweils um 18 Uhr Dichterinnen und Dichter in ihrem Lebensumfeld treffen, gestreamt auf der Seite des poesiefestival berlin sowie auf Facebook und YouTube. 32 in Berlin lebende Lyrikerinnen und Lyriker, Performerinnen und Performer stellen sich in Kurzvideos vor und überziehen die Bildschirme mit Gedichten!
Detaillierter Sendeplan: www.haus-fuer-poesie.org

Eröffnung mit Weltklang – Nacht der Poesie
Die Online-Edition des poesiefestival berlin #planetpgoeson ermöglicht der jährlichen großen Eröffnung des Festivals Weltklang – Nacht der Poesie zum ersten Mal auch ein weltweites Publikum. Die Premiere wird am 5. Juni um 19.30 Uhr auf der Facebook-Seite des Festivals und dem YouTube-Kanal des Hauses für Poesie sowie auf der Festivalseite poesiefestival.org gesendet.
Die neun beteiligten Autorinnen und Autoren Mircea Cartarescu (Rumänien), Michael Donhauser (Österreich), Athena Farrokhzad (Iran/Schweden) mit dem Musiker Christian Kesten (Deutschland), Yanko González (Chile), Luljeta Lleshanaku (Albanien), Koleka Putuma (Südafrika) mit der Musikerin Tracy September (Südafrika/Schweiz), Ariana Reines (USA), Katharina Schultens (Deutschland) und Yi Won (Südkorea) zeigen den Reichtum der Gegenwartslyrik, ihre inhaltliche Vielfalt, Ansätze und Stile. Ihre Gedichte umkreisen in Zeiten der Pandemie explizit das Thema „Ausnahmezustand“. Vor ihren heimischen Bildschirmen haben sie ihre Texte in sieben Muttersprachen gelesen, gesungen und performt. Durch den Abend führt die Literaturkritikerin Insa Wilke. Das Online-Publikum kann, wie bei jeder Ausgabe von Weltklang, die deutschen Nachdichtungen mitlesen.
Weitere Informationen: www.haus-fuer-poesie.org

Länderschwerpunkt Kanada: Berliner Rede zur Poesie und VERSschmuggel
Auch in der neuen Form als Online-Festival und trotz Corona realisiert das poesiefestival berlin den Länderschwerpunkt Kanada. Die beiden großen kanadischen Veranstaltungen, die Berliner Rede zur Poesie mit Anne Carson und der kanadisch-deutsche VERSschmuggel, finden statt – wenn auch unter ganz anderen Bedingungen als ursprünglich geplant.
Da die kanadische Autorin Anne Carson wie alle auswärtigen Beteiligten nicht nach Berlin reisen kann, wurde ihr per Post ein Mikrofon gesandt, damit sie ihre Berliner Rede zur Poesie aufzeichnen kann. „Dreizehn Blickwinkel auf einige Worte / Thirteen Ways of Looking at a Short Talk“ ist am 7. Juni ab 19.30 Uhr unter www.poesiefestival.org abrufbar. Die Rede wird auf Englisch gehalten, die Übersetzung liegt zum Mitlesen auf Deutsch vor. Deutschlandfunk Kultur sendet am 14. Juni um 22.03 Uhr einen Mitschnitt.
Der diesjährige VERSschmuggel beweist, dass es möglich ist, im virtuellen Raum ein Mammut-Übersetzungsprojekt zwischen Deutschland und Kanada in drei Sprachen zu organisieren. 18 Autorinnen und Autoren und neun Sprachmittlerinnen und -mittler arbeiten in unterschiedlichen Formationen zusammen und übersetzen in zwei der drei Sprachen Französisch, Englisch, Deutsch. Im Ergebnis zeichnen die Autorinnen und Autoren ihre Lesung auf – im Handy-Hochformat. VERSschmuggel präsentiert die Ergebnisse mit Moderation, Split-Screen und Werkstattgesprächen am 6. Juni um 19.30 Uhr
Informationen zum Länderschwerpunkt Kanada: www.poesiefestival.org

Poetische Bildung
„schaut her, hier kommt die poison queen! ihre kinder tragen/mückenschwärme im herzen, wie sie das schafft? das ist kunst!“ lautet das Motto eines Online-Seminars, das die Autorin Birgit Kreipe, die Didaktikerin/Lehrerin Claudia Maaß und die Grafikerin Dorothée Billard am 5. Juni um 9.30 Uhr anbieten. Lyrikvermittlerinnen und -vermittler sowie Lehrende der Klassen 8 bis 12 erhalten die Möglichkeit, sich aktiv mit aktuellen Verfahren der Analyse und Vermittlung von Gegenwartslyrik vertraut zu machen.
Weitere Angebote der Poetischen Bildung:
  • 05.06.2020 Young Poems und Schülerschreibwettbewerb British Council, Anthologie
  • 07.06.2020 Klangpoesie mit Josepha Conrad, Video-Tutorial
  • 07.06.2020 Open Poems, Video-Lesungen
  • 07.06.2020 Physical Poetry mit Shannon Sullivan, Video-Tutorial
  • 09.06.2020 Meisterklasse Queeres Dichten mit Crauss, Video-Workshop
  • 10.06.2020 Farben im Gedicht mit Tanja Drückers, Video-Workshop für Grundschulkinder
Weitere Informationen zum Programm: www.poesiefestival.org

Das poesiefestival berlin
Das poesiefestival berlin findet seit 2000 statt und ist das größte seiner Art in Europa. Neben dem Buch hat sich die Dichtkunst längst auch andere Präsentationsformen gesucht und experimentiert mit Theater, Performance, Musik, Tanz, Film und digitalen Medien. Das Festival macht Poesie in ihrer ganzen Formenvielfalt erlebbar und zählt bis zu 13.000 Besucherinnen und Besucher jedes Jahr.
Das 21. poesiefestival berlin ist ein Projekt des Hauses für Poesie. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts, der Regierung von Kanada, des Ministère des Relations internationales et de la Francophonie du Québec, der Botschaft von Kanada und der Vertretung der Regierung von Québec in Deutschland, sowie der Bundeszentrale für politische Bildung. Präsentiert von Der Freitag, taz, BÜCHERmagazin, tip Berlin, rbbKultur, ASK HELMUT, iHeartBerlin und Deutschlandfunk Kultur.


Kontakt:
Haus für Poesie
Silvia Jackson
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: (030) 48 52 45 24
E-Mail: presse@haus-fuer-poesie.org
www.haus-fuer-poesie.org
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de