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Meldung

Hamburg liest gegen das Vergessen

07.05.2010

Marathon-Lesung aus verbrannten Büchern




© Arbeitskreis „Bücherverbrennung - Nie wieder!“
© Arbeitskreis „Bücherverbrennung - Nie wieder!“
Zum zehnten Mal veranstaltet der Arbeitskreis “Bücherverbrennung - Nie wieder!“ am 11. Mai 2010 eine Marathon-Lesung, an der sich jeder mit einem Gedicht oder einem Text beteiligen kann. Von 11 bis 19 Uhr werden auf dem Gedenkplatz der Bücherverbrennung am Isebek-Kanal Auszüge aus Büchern vorgetragen, die vor 77 Jahren an gleicher Stelle von Nationalsozialisten verbrannt wurden.

Mai 1933 – zuerst brannten die Bücher
Am Isebek-Kanal in Hamburg verbrannten am 15. Mai 1933 NS-Studentenorganisationen und Burschenschaftler Bücher, die von den Nationalsozialisten als „schädlich und unerwünscht“ eingestuft und verboten worden waren. Bücher von Heinrich Heine, Carl von Ossietzky, Bertolt Brecht, Sigmund Freud, Egon Erwin Kisch, Jack London, Heinrich und Klaus Mann, Karl Marx, Kurt Tucholsky, Carl Zuckmayer, Lion Feuchtwanger, Marieluise Fleißer, Irmgard Keun, Else Lasker-Schüler, Willy Haas, Erich Kästner, Franz Werfel u.v.a. wurden nicht nur in Hamburg, sondern auch in vielen anderen deutschen Städten an öffentlichen Plätzen ins Feuer geworfen.

Gedenkplatz am Isebek-Kanal
Vor 25 Jahren wurde der Gedenkplatz am Isebek-Kanal in Hamburg mit einer Lesung eingeweiht. Eine Bürgerinitiative, in der sich Mitarbeiter aus Buchhandlungen, Verlagen, Bibliotheken und Hochschulen sowie Gewerkschafter engagierten, hatte diesen Platz erstritten. Die erste Lesung eröffnete schon 1985 Esther Bejarano gemeinsam mit ihrer Tochter Edna, mit dabei waren auch die Autorin und Schauspielerin Peggy Parnass und Abi Wallenstein, der Mann mit dem Blues. Seit 2001 organisiert der Arbeitskreis „Bücherverbrennung - nie wieder!“ die Marathon-Lesungen als Publikumsaktionen, an denen sich jeder beteiligen kann.

Hamburgerinnen und Hamburger lesen
Esther Bejarano, die Vorsitzende des Auschwitz-Komitees, wird gemeinsam mit Uwe Grund, dem Vorsitzenden des DGB Hamburg und dem Schauspieler Rolf Becker die Marathonlesung eröffnen. Eingeladen ist auch der neue Bezirksamtsleiter von Hamburg-Eimsbüttel. Sylvia Wempner wird lesen, dann folgen Schülerinnen und Schüler aus Altrahlstedt, des Kaifu-Gymnasiums und Studierende des Studienkollegs. Die Schauspielerinnen Pheline Roggan und Yuri Beckers werden am Nachmittag gegen 16 Uhr als "Welt-Vorpremiere" einige Passagen aus Kevin Vennemanns "Nahe Jedenew" lesen. Im Laufe des Tages wird u.a. die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen lesen.
Alle Hamburgerinnen und Hamburger sind aufgerufen, am 11. Mai auf dem Gedenkplatz am Isebek-Kanal ein Gedicht oder einen Text aus einem der verbrannten Bücher vorzutragen. Für Kurzentschlossene liegen ausgewählte Lesetexte bereit.

Am 31. Mai 2010, dem Tag nach der zweiten Hamburger
Bücherverbrennung auf dem Lübeckertorfeld, werden um 20.00 Uhr im Polittbüro, Pheline Roggan, Yuri Beckers, Wolfgang Hartmann, Rainer Schnitt, Stephan Schad, Robert Stadlober und Peter Striebeck eine szenische Lesung aus Kevin Vennemanns "Nahe Jedenew" als Welturaufführung auf die Bühne bringen. Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung der Vers- und Kaderschmiede und des Arbeitskreises "Bücherverbrennung - nie wieder!"

Arbeitskreis „Bücherverbrennung - nie wieder!“
Der Arbeitskreis wird unterstützt von den Bücherhallen Hamburg, dem Auschwitz-Komitee in der BRD e.V., der Gewerkschaft ver.di Landesbezirk Hamburg, dem P.E.N.-Deutschland, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten - Hamburg, dem Verband deutscher Schriftsteller (vs) - Hamburg und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Kontakt:
Helga Obens
Dillstr. 6
20146 Hamburg
Tel: (040) 44 29 49
E-Mail: Kontakt@Lese-Zeichen-Hamburg.de

Redaktionskontakt: schuster@dipf.de