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Schülertext

»lyrix« sucht Dichter mit Klasse!

25.07.2008

Bundesweiter Lyrikwettbewerb für Schülerinnen und Schüler




Logo des Schreibwettbewerbs
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Im Januar 2008 begann das bundesweite Schulprojekt »lyrix«, das der Deutschlandfunk gemeinsam mit dem Deutschen Philologenverband und dem Verlag Das Wunderhorn initiierte, um eine lebendige Auseinandersetzung mit Lyrik im Schulunterricht anzuregen und Schüler zu ermutigen, ihr dichterischeres Können unter Beweis zu stellen. Schirmherrin des Projekts ist die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan.
Etwa 1000 Gedichte von Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland erreichten die Jury bis zur Halbzeit des Projekts im Juni 2008. Jeder Wettbewerbsmonat steht unter einem vorgegebenen Leitmotiv, inspiriert durch ein Gedicht aus dem Deutschlandfunk-Lyrikkalender. Am Anfang des Folgemonats werden die fünf gelungensten Einsendungen auf www.dradio.de/lyrix veröffentlicht.

Mit „Was alles braucht's zum Paradies“ von Elisabeth Borchers startete »lyrix« im Januar 2008. Das Leitmotiv der ersten Runde lautete „Mein Paradies“. Thomas Heib aus dem Landfermann-Gymnasium in Duisburg gehörte mit seinem Gedicht „Paradies?“ zu den Siegern.

Paradies?

Leg die Platte auf,
spiel das Leben ab.
Sperr die Ohren auf,
nimm die Maske ab.

Tanze, singe, lache,
sitze, schweige, weine,
träume, wache, siehe
dir dein Leben an.

Wohin man auch hört,
sooft es dich stört,
dein Glück gelingt
nur da wo die Platte
springt.

Autor: Thomas Heib, Jahrgangsstufe 13, Landfermann-Gymnasium, Duisburg


„Schöne Kinderzeit!?“ lautete im Februar 2008 das »lyrix«-Motto, an dem sich die Beiträge des Wettbewerbs inhaltlich oder formal orientieren mussten. Als Anregung diente Bertolt Brechts Gedicht „Was ein Kind gesagt bekommt“. Julia Frick aus dem Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium in Lambsheim beteiligte sich mit ihrer Version von „Kindheit“ erfolgreich am Wettbewerb.

Kindheit

Kindheit ist, wie Süßes naschen,
Gummibärchen, Colaflaschen,
Toben schmeckt nach Quark-Nachtisch,
in die Schule geh'n nach Fisch.

Verstecken schmeckt nach Schokolade,
Blinde Kuh nach Marmelade,
Fernseh'n schmeckt nach Erdbeereis,
Pflichten nach Gemüsereis.

Spielzeug schmeckt nach Himbeersahne,
„Schlaf-schön-Küsse“ nach Banane,
Lachen schmeckt nach Obstsalat,
erwachsen werden - nach Spinat!

Autorin: Julia Frick, Jahrgangsstufe 12, Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium, Mannheim


»lyrix« geht weiter bis Dezember 2008
Schüler der 5. bis 13. Klasse können sich bis Dezember 2008 jeden Monat mit ihren Gedichten an dem bundesweiten Schülerwettbewerb »lyrix« beteiligen.
Jeder Wettbewerbsmonat steht unter einem Leitmotiv, das sich jeweils inhaltlich oder formal an dem ausgewählten Gedicht aus dem Deutschlandfunk-Lyrikkalender orientiert.
Die von den Schülern eigenständig verfassten und bisher noch nicht veröffentlichten Gedichte müssen auf Deutsch oder in einer entsprechenden Mundart geschrieben sein. Gesprochen sollte der Text die Länge einer Minute nicht überschreiten. Im Mittelpunkt steht die kreative Umsetzung des monatlich vorgegebenen Leitmotivs. Das Gedicht muss bis zum Ende des jeweiligen Monats per E-Mail an lyrix@dradio.de geschickt werden.
Die fünf besten Eisendungen werden am Anfang des Folgemonats auf www.dradio.de/lyrix veröffentlicht. Zur Teilnahme sind ausdrücklich auch Schüler eingeladen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

12 Gedichte und Unterrichtsmaterialien
»lyrix« besteht aus zwei sich ergänzenden Elementen: dem Schülerlyrikwettbwerb und 12 Gedichten, die für die Nutzung im Deutschunterricht aus dem Deutschlandfunk-Lyrikkalender ausgewählt wurden. Auf der Internetseite www.dradio.de/lyrix wird bis Dezember 2008 jeden Monat ein Gedicht aus dem Deutschlandfunk-Lyrikkalender veröffentlicht. Zu jedem Gedicht stehen Anregungen, Unterrichtsmaterialien und Audioaufnahmen zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Lehrer aller Schulformen sind eingeladen, die Gedichte und Materialen für eine lebendige Auseinandersetzung mit Lyrik im Unterricht zu nutzen und ihre Schüler aufzufordern, am »lyrix«-Wettbewerb teilzunehmen.

CDs und ein Lyrikworkshop für die Sieger
Die Monatsgewinner des »lyrix«-Wettbewerbs erhalten jeweils eine aktuelle CD-Produktion des Deutschlandradios. Aus den Reihen der Monatsgewinner werden am Jahresende zwölf Jahressieger von einer Jury bestehend aus Literaturwissenschaftlern, Autoren und Literaturredakteuren ermittelt.
Eine Einladung nach Berlin, vom 5. bis 8. März 2009, ist der Preis für die Jahressieger des Lyrikwettbewerbs. Neben einer Rundfahrt durch das „Literarische Berlin“ erwartet die Nachwuchsdichter ein Lyrikworkshop mit den beiden Lyrikern Dirk von Petersdorff und Norbert Hummelt im Literarischen Colloquium Berlin (lcb) am Wannsee. Das lcb hat schon vielen bekannten Schriftstellern als Ort der Inspiration und der kreativen Ruhe gedient.

»lyrix« auf der Frankfurter Buchmesse 2008
Während der Frankfurter Buchmesse vom 15. bis 19. Oktober 2008 können Schülerinnen und Schüler jeden Tag am Informationsstand von Deutschlandradio in der Halle 3.1 am »lyrix«-Messespiel teilnehmen, sich über »lyrix« informieren und ihre selbstverfassten Kurzgedichte als E-Mail verschicken. Unter den Teilnehmern werden literarische Preise verlost.
Am Freitag, 17.10.2008, finden um 10.00 Uhr und um 11.30 Uhr je einstündige Lyrikworkshops für Schülerinnen und Schüler mit dem Schriftsteller Norbert Hummelt statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, aufgrund der begrenzten Plätze ist eine rechtzeitige Anmeldung unter lyrix@dradio.de erforderlich.

Kontakt:
Christian Sülz
Deutschlandfunk / Deutschlandradio Kultur
Tel.: (0221) 345 2169
E-Mail: christian.suelz@dradio.de

Redaktionskontakt: schuster@dipf.de