Bericht

Frühjahrsauftakt der Leseförderung

21.04.2005

Der Welttag des Buches am 23. April ist Anlass zahlreicher Leseförderungsaktionen


 

Plakatmotiv der
Plakatmotiv der "Leseköpfe" des Börsenvereins
„Der Welttag des Buches ist ein Adrenalinstoß für alle, die Spaß am Lesen entdecken oder wieder entdecken möchten“, sagt Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen. „Jeder sollte sich daher eines der vielen Angebote in Buchhandel, Schule, Bibliothek und in den Medien gönnen“, fügt Kreibich auf der Pressekonferenz hinzu. Die Bedeutungsvielfalt des Lesens für Kinder und Jugendliche wird auch an der Reichhaltigkeit und Originalität des Angebotes deutlich. Die ideenreichsten Leseförderer wurden schon am 13. April im Rahmen der  Preisverleihung „AusLese“ in der Mainzer Staatskanzlei ausgezeichnet.

Auftakt mit schlauen Köpfen  
Das Lesefest des Börsenvereins am 20. April in Frankfurt am Main bildet den Auftakt der Aktionen zum Welttag des Buches. Im Rahmen von „Leseköpfe 2005“ veranstaltet der Börsenverein in Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt und dem Nachrichtenmagazin Der SPIEGEL sowie mit Unterstützung vom Hessischen Rundfunk das Lesefest. Prominente wie das humoristische Allroundtalent Dirk Bach, der Sprecher Rufus Beck, und Tatort-Komissarin Sabine Postel lesen aus ihren Lieblingsbüchern und Bettina Böttinger moderiert den Abend.   

Auch die Landesverbände des Börsenvereins und die Buchhandlungen in ganz Deutschland laden in den darauf folgenden Tagen prominente und nicht prominente Vorbilder aus ihrer Region ein: Schauspielerinnen, Politiker und Sportlerinnen, aber auch Lehrer, Schülerinnen und Eltern reden über Bücher, lesen vor und regen so zum Schmökern an. Pate dieser bundesweiten Aktion ist der Autor und Journalist Ulrich Wickert. Dieser schwärmt: „Die Leseköpfe bieten eine wunderbare Möglichkeit, sich über Bücher auszutauschen. Ein Buch, das uns etwas bedeutet, empfehlen wir mit glänzenden Augen. Auf einer Lesung lassen wir uns entführen in eine fremde Welt, gewinnen neue Einsichten, Anregungen – und Ideen zum Bücherverschenken. So verbindet uns das Lesen mit anderen, und weitet zugleich den eigenen Horizont.“

Ursprung des weltweiten Lesefestes
Wer hat diesen in Deutschland so inspirativen „Welttag des Buches“ ins Leben gerufen? Die 28. Generaldirektion der UNESCO erkor den 23. April zum „Welttag des Buches und des Urheberrechtes“. Dieses Datum ist der Todestag von Shakespeare und Cervantes. Der Tag soll auf die fundamentale Bedeutung des Buches und seine starke Bedeutung auch in der Informationsgesellschaft hinweisen. Ursprünglich geht die Idee auf eine alte Tradition in Katalonien zurück, wo seit den zwanziger Jahren am 23. April, dem Sankt Jordi-Tag, auf den Straßen Buchstände aufgebaut werden und rund um das Buch ein großes Volksfest stattfindet. Zur Feier des Tages werden dort Millionen von Rosen und Büchern verkauft.

Seit 1996 ist der Welttag des Buches auch in Deutschland eine feste Größe und hat sich inzwischen als landesweites Lesefest etabliert. Die UNESCO freut sich über den Erfolg, denn „nie berichten Medien außerhalb der Frankfurter Buchmesse an einem einzigen Tag so viel über Bücher und Lesen“.

Lesen auf Rädern -  lesen verbindet 
Lesen verbindet und ist weltweit ein Anlass für Festivitäten. „Lesen verbindet“ ist auch das gemeinsame diesjährige Motto der Stiftung Lesen sowie des Börsenvereins. Unter diesem Motto steht die Aktion „Leseköpfe 2005“ und auch die Aktion der Stiftung Lesen „Ich schenke dir eine Geschichte“. Sie zeigen, dass Lesen keine einsame Angelegenheit ist. Die Stiftung Lesen hat zudem im „Schiller-Jahr“ einen  Gedichtwettbewerb ins Leben gerufen, und der Geschäftsführer Heinrich Kreibich lockt viel versprechend zum Mitmachen: „Besorgen Sie Ihren Kindern unser Welttags-Buch, das viele Buchhandlungen und Bibliotheken kostenlos für Sie bereithalten. Und treten Sie mit unserem Gedichtwettbewerb in Millionenauflage in Schillers Fußstapfen.“

Partner der Aktion sind die Deutsche Bahn AG, die Verlagsgruppe Random House und das ZDF. Die Deutsche Bahn AG organisiert zum ersten Mal einen Lesezug  für Kinder, bei dem die Sieger eines bundesweiten Schülerwettbewerbs an einer Reise mit zahlreichen literarischen Veranstaltungen teilnehmen. Mit der Autorin Alexa Hennig von Lange ist für prominente Reisebeleitung gesorgt.

Auch beim ZDF-Fernsehmagazin „hallo Deutschland“ engagieren sich rund um den Welttag Prominente wie der Moderator von „Aktenzeichen XY… ungelöst“ Rudi Cerne und die Moderatorin des „ZDF-Fernsehgarten“ Andrea Kiewel für das Vorlesen beziehungsweise für das Lesen. Einen anderen Ansatz hat Lesewelt e.V.: Der Verein versteigert bei Ebay vom 21.04.2005 bis zum 25.04.2005 Bücher. Nicht irgendwelche, sondern handsignierte von Victor von Bülow, Edelgard Bulmahn, Angela Merkel und anderen Persönlichkeiten. „Es ist für jeden etwas dabei“, verspricht Lesewelt e.V. sicherlich im Sinne aller Veranstalter.

 

Internet:
- Deutschlandweiter Veranstaltungskalender auf der Seite des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
Stiftung Lesen
- Internetseite der Unesco
- Lesewelt e.V.

Autorin: Katja Haug


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