interview

Bücherfreunde sagen: „Klassiker bleiben!“

07.12.2005

Was Kinder gerne lesen – nicht nur zur Weihnachtszeit


Buchhändler Walter Pysk und Auszubildende Daniela Bollig
Buchhändler Walter Pysk und Auszubildende Daniela Bollig
Was Kinder gerne lesen, muss nicht immer mit dem übereinstimmen, was Eltern gerne schenken. Manche Klassiker lieben Kinder und Eltern jedoch gleichermaßen. Wir haben nachgefragt, welche Bücher immer ein Geschenk wert sind. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Die Online-Redaktion befragte Große und Kleine, Laien und Fachleute zu ihren Vorlieben: Arne Ahrens ist 37 Jahre, Cafébesitzer und hat drei kleine Töchter im Alter von drei und fünf Jahren und vier Wochen.

Lesen in Deutschland: Welche Bücher Ihrer Kindheit sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Arne Ahrens: Also, das ist auf jeden Fall „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle. Und ich glaube, die Kölner Heinzelmännchen!

Lesen in Deutschland: Glauben Sie, dass diese Bücher heute noch Aktualität bei den Kindern haben? Wie ist es bei Ihren Kindern?

Arne Ahrens: Meine Töchter sind noch zu jung, um selber zu lesen, aber als Hörspiel hören sie zum Beispiel die „Augsburger Puppenkiste“. Und sie bekommen von uns vorgelesen: „Die kleine Hexe“ von Ottfried Preußler, Max Kruses „Urmel“ oder „Der Sängerkrieg der Heidehasen“ von James Krüss. Das sind alles diese schönen, alten Bücher und Hörspiele, die man auch heute noch auf Empfehlung in jedem Buchladen bekommt. „Die kleine Raupe Nimmersatt“ haben wir natürlich auch...

Der 47-jährige Walter Psyk ist Buchhändler und hat zwei Kinder im Alter von 18 und 15 Jahren. Auch die 29-jährige Daniela Bollig strebt als Auszubildende den Beruf der Buchhändlerin an.

Lesen in Deutschland: Sie haben ja von Berufs wegen viel mit Büchern zu tun. Uns interessiert nun besonders die Kategorie Kinderbuch. Was kaufen denn Eltern ihren Sprösslingen besonders gerne?

Walter Psyk: Also, Eltern kaufen ja möglichst nur für Kinder bis zwölf. Danach kaufen Kinder selbst. Und die kaufen ganz andere Sachen, als ihre Eltern aussuchen würden! Eltern würden etwas mit Anspruch nehmen, was vielleicht ein bisschen historischen Bezug hat. Die Jugendlichen aber lieben Gruseln oder Liebe oder Horror. Mord..., aber da haben die Eltern dann Berührungsängste.

Lesen in Deutschland: Was geht denn im Moment besonders häufig über den Ladentisch?

Daniela Bollig: "Immer noch Klassiker, würde ich sagen. Also so etwas wie Ottfried Preußlers „Räuber Hotzenplotz“, die bekannten Titel von Astrid Lindgren und Bilderbücher von Leo Lionni oder von Eric Carle."

Walter Pysk: Dann gibt es bei Mädchen im Grundschulalter die berühmte „Rosa Phase“, wo alles rosa sein muss. Besonders die „Prinzessin Lillifee“ ist da sehr beliebt. Außerdem sind die Kinder, die ja sehr stark fernsehgebunden sind, eigentlich auf alles aus, was im Fernsehen beworben wird. Ob das nun „Bob der Baumeister“ ist oder die „Teletubbies“: Bücher zu TV-Serien finden die Kinder klasse. Die kaufen die Erwachsenen aber nicht. Die sagen, nee, du solltest lieber was Vernünftiges lesen!

Wir unterstützen ehrlich gesagt die Erwachsenen, obwohl wir wissen, dass die Kinder eigentlich etwas anderes lesen wollen. Meine Kinder bekommen hingegen alles zu lesen. Aber die sind ja auch schon erwachsen. Aber als sie klein waren musste ich ohne Ende „Bobo Siebenschläfer“ von Osterwalder vorlesen.

Lesen in Deutschland: Hattest du ein Lieblingsbuch in der Kindheit, Daniela?

Daniela Bollig: Total gern gelesen habe ich „Momo“ von Michael Ende. Und ich weiß noch, dass ich einmal ein Buch bekommen habe, das hieß „Die Wolke“ von Gudrun Pausewang. Das habe ich ganz schnell lesen müssen, weil ich es so spannend fand.

Patricia Landgrebe ist 26 Jahre alt und Studentin.

Lesen in Deutschland: Welche Bücher haben dich denn in der Kindheit besonders beeindruckt?

Patricia Landgrebe: Als erstes fällt mir ganz spontan „Pippi Langstrumpf“ ein. Des Weiteren „Jim Knopf und die Wilde13“ von Michael Ende.

Lesen in Deutschland: Sind das Bücher, die du heute noch an Kinder verschenken würdest?

Patricia Landgrebe: Auf jeden Fall, weil sie lustig, spannend und schön sind. Was ich heute erst entdeckt habe und toll finde, sind die Bücher über „Pettersson und Findus“ von Sven Nordqvist.

Der 9-jährige

Bücherfreund Phillip in Buchhandlung
Bücherfreund Phillip in Buchhandlung
Philipp ist Schüler.

Lesen in Deutschland: Hast du ein Lieblingsbuch oder sogar mehrere, die du vielleicht auch schon ganz oft gelesen hast?

Philipp: Ja, habe ich. „Harry Potter und die Kammer der Schreckens“! Und außerdem habe ich ein Diabolo-Buch. Da machen halt so Leute mit einer Schnur und einem Diabolo komische Sachen.

Lesen in Deutschland: Welches Buch wünschst du dir denn zu Weihnachten?

Philipp: Noch ein Diabolo-Buch.

Lesen in Deutschland: Und vielleicht den neuen Harry Potter dazu?

Philipp: Weiß ich noch nicht, aber heißt der vielleicht „Harry Potter und der Halbblutprinz“?

Lesen in Deutschland: Was gefällt dir denn an Harry Potter so gut?

Philipp: Das mit der Schlange. Die kommt da so durch die Rohre und wenn jemand die anguckt, dann wird er versteinert.

Autorin: Julia Trompeter 


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