Landesportrt

Bundesweit: Deutschland im Lesefieber

Projekte und Initiativen mit bundesweiter Ausrichtung





Foto: David Ausserhofer
Foto: David Ausserhofer
Archiv Krber-Stiftung
Dem universellen Kulturwerkzeug Lesen wird in Deutschland groe Wertschtzung beigemessen. Neben zahlreichen Aktivitten zur Lesefrderung in den Lndern gibt es Programme, Projekte, Aktionen, Wettbewerbe und Preise mit bundesweiter Ausrichtung sowohl im Elementarbereich als auch im schulischen und auerschulischen Bereich. Das folgende Portrt bezieht sich auf diese Aktivitten zur Lesefrderung und versucht einen berblick zu geben ber Frdermanahmen und Frderer in verschiedenen Bereichen.
Um Mglichkeiten der Frderung von Lesekompetenz aufzuzeigen, die die umfangreichen Lnderaktivitten sinnvoll ergnzen, wurde von einer Expertengruppe im Auftrag des Bundesministeriums fr Bildung und Forschung die Expertise „Frderung von Lesekompetenz“ erstellt. Durch die regelmige Teilnahme an relevanten internationalen Schulleistungsuntersuchungen, wie der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) und dem Programme for International Student Assessment (PISA), wird empirisch fundiertes Steuerungswissen gewonnen, das zur Verbesserung der Bedingungen fr den Erwerb von Lesekompetenz genutzt werden kann.
Das deutschlandweite Engagement fr das Lesen und die Begeisterung fr Bcher wird besonders am 23. April, dem „Welttag des Buches“, deutlich, wenn im ganzen Land in Schulen und Bibliotheken, Buchhandlungen und Verlagen ein groes Lesefest gefeiert wird.


Bundesweite Vorleseinitiativen
Den ersten Einstieg in die Welt der Bcher bietet meist das elterliche Vorlesen. Wie jedoch die reprsentative Studie „Vorlesen in Deutschland 2007“ der Deutschen Bahn AG, der ZEIT und der Stiftung Lesen ergab, ist regelmiges Vorlesen in der Familie in Deutschland keineswegs selbstverstndlich. Mit der Kampagne „Wir lesen vor – berall und jederzeit“ mobilisiert die Stiftung Lesen bundesweit zahlreiche ehrenamtliche Vorlesepaten, die Kindern regelmig vorlesen. In Seminaren werden sie darauf vorbereitet. Rund 9.000 Vorlesepaten sind Mitglied im seit 1977 bestehenden Vorleseclub der Stiftung Lesen. Jedes Jahr im November wird im Rahmen der Kampagne der bundesweite Vorlesetag ausgerichtet. Dann engagieren sich mehrere Tausend Prominente, Politiker, Schler, Vorlesepaten und andere Lesebegeisterte in Schulen, Bibliotheken, Literaturhusern und vielen weiteren Veranstaltungsorten und begeistern rund 200.000 Zuhrer.
Ehrenamtliche MINT-Vorlesepatinnen und -paten, die Kinder im Kita- und Grundschulalter dabei untersttzen, ihre Sprachkompetenzen zu verbessern und sich gleichzeitig mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Inhalte zu erschlieen, werden im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Deutsche Telekom Stiftung und der Stiftung Lesen mit Medien- und Aktionstipps sowie Fortbildungsangeboten untersttzt. MINT steht fr Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Die von der Hamburger Krber-Stiftung initiierte Initiative „Deutschland liest vor e. V.“ mchte Kinder in Ergnzung zu Familie, Kindergarten und Schule ohne Leistungsdruck an Bcher heranfhren. Seit Beginn der Kampagne im Oktober 2003 haben sich rund 360 Initiativen unter ihrem Dach versammelt. berall lesen Freiwillige regelmig an ffentlichen Orten Kindern und Jugendlichen vor. Als Vorbild fr die Kampagne diente der Berliner Verein „Lesewelt e.V.“ der seit Juni 2000 regelmig Vorlesestunden in Bibliotheken abhlt. Elf Lesewelt-Gruppen mit bundesweit mehr als 400 ehrenamtlichen Vorleserinnen und Vorlesern sind aktiv und begeistern Kinder Woche fr Woche fr das Lesen.

Ziel des Projektes „Das frhliche Krankenzimmer e. V.“ des Deutschen rztinnenbundes e. V. ist es, mglichst viele Kinder whrend eines Krankenhausaufenthaltes mit professionell ausgewhlter Kinder- und Jugendliteratur zu versorgen und therapeutisch zu untersttzen. Dazu gibt es seit 1981 eine Modellbcherei und zentrale Transferstelle im Kinderspital Mnchen, die zurzeit mit 80 lokalen Bchereien/Bcherecken in Kinderkliniken, -abteilungen und -stationen vernetzt ist.

Lese- und Sprachfrdermanahmen im Elementarbereich
Je frher man kleinen Kindern vorliest und erzhlt und Eltern fr das Thema Lese- bzw. Spracherziehung sensibilisiert, desto besser. Aus diesem Grund startet die Stiftung Lesen im Mai 2008 mit einem breiten Partner-Netzwerk eine groe Kampagne zur frhkindlichen Sprach- und Lesefrderung: „Lesestart – die Lese-Initiative fr Deutschland“. In den kommenden zwei Jahren erhalten rund 500.000 Eltern im Rahmen der kinderrztlichen Vorsorgeuntersuchung U6 jeweils ein hochwertiges Lesestart-Set mit Informationen fr Eltern und einem Vorlese-Bilderbuch. Dieser Projektkern wird von vielen Modulen zur frhkindlichen Lesefrderung flankiert, in die alle Multiplikatoren eingebunden sind: von Kinderrztinnen und -rzten ber Erzieher/innen bis hin zu den Mitarbeiter/innen in Bibliotheken. Das Modellprojekt der Stiftung Lesen „Lesestart – mit Bchern wachsen“, das im November 2006 in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium des Freistaates Sachsen, dem Bundesministerium fr Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Ravensburger Buchverlag an den Start ging, dient als Vorbild fr die landesweite Kampagne. Seit Beginn des Jahres 2006 gibt es auch zahlreiche Bibliotheksinitiativen in ganz Deutschland, die sich fr die frhkindliche Lesefrderung einsetzen und Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes mit einem Lesestart-Paket untersttzen. Im Juni 2007 haben sich erstmals Vertreter von insgesamt 14 Projekten zu einem von der Stiftung Lesen initiierten Workshop in Mainz getroffen.

Gegenstand des vom Bundesministerium fr Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiierten Projektes „Sprachliche Frderung in der Kita“ des Deutschen Jugendinstituts ist die Bereitstellung eines spracherwerbstheoretisch fundierten und konzeptionellen Rahmens fr die sprachliche Frderung in Kindertageseinrichtungen. Dafr wurde 2005/2006 ein Grundlagenkonzept erarbeitet, das die Vernetzung einer systematischen sprachlichen Untersttzung von Kindern mit klassischen und innovativen Angeboten aus dem vorschulischen Bildungsspektrum zum Gegenstand hat.

Lesefrderung fr Schlerinnen und Schler
Der Auftrag der Schule fr die Vermittlung und Frderung von Lesekompetenz ist in den von der Kultusministerkonferenz in den Jahren 2003 und 2004 verabschiedeten Bildungsstandards verbindlich festgelegt. Schulische und auerschulische Projekte untersttzen Schlerinnen und Schler beim Erwerb von Lese- und Schreibtechniken und motivieren zum regelmigen Lesen.
Sehr beliebt bei Schlerinnen und Schlern sind Autorenlesungen in Schulen, aber auch in Kindergrten, Bibliotheken und Jugendeinrichtungen, die die Landesverbnde des Friedrich-Bdecker-Kreises organisieren. Die Begegnung mit dem Autor frdert nachhaltig die Lesefreude der Kinder und Jugendlichen. Oft stellen sie dadurch eine ganz neue Beziehung zur Sprache, zum Lesen und zur Literatur her. Die Landesverbnde wirken auch bei der Information und Beratung von berregionalen Leseveranstaltungen mit. Fr koordinierende und lnderbergreifende Aufgaben zeichnet der Bundesverband der Friedrich-Bdecker-Kreise, der ebenfalls vom Bundesministerium fr Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefrdert wird, verantwortlich.

Erfolgreich ist das Projekt „Zeitschriften in die Schulen“. Die Stiftung Presse-Grosso, die Stiftung Lesen und die deutschen Pressegrossisten laden gemeinsam mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger und dem Verband deutscher Papierfabriken jhrlich alle weiterfhrenden Schulen Deutschlands ein, sich kostenlos fr das Projekt anzumelden. Einen Monat lang sorgen frei Haus gelieferte Zeitschriftenpakete und innovative Unterrichtsmaterialien fr jede Menge Lesestoff und wertvolle Anknpfungspunkte im Unterricht. Die rund 500 Leseclubs der Stiftung Lesen sind Treffpunkte in Schulen, Bibliotheken und anderen Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft in ihrer Freizeit zusammenkommen, um zu lesen, zu spielen, sich zu unterhalten und dabei spielerisch die Lese- und Sprachfhigkeit sowie die Medienkompetenz zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen abwechslungsreiche Aktivitten rund ums Lesen ohne Noten- und Leistungsdruck.

Kinder und Jugendliche ber ihr Interesse an bestimmten Themen und an anderen Medien fr das Lesen zu gewinnen, ist der Ansatz fr Projekte im Medienverbund. Ausgehend von aktuellen Kinofilmen realisiert die Stiftung Lesen jhrlich mehrere Schulprojekte, die Lehrkrfte mit Unterrichtsmaterialien beim Aufgreifen der jeweiligen Filminhalte untersttzen und medienspezifische Aspekte in den Vordergrund stellen. Auch ber die so genannten neuen Medien Handy und Computer spricht die Stiftung Lesen Jugendliche in aktuellen Projekten an. Materialien und Anregungen sind unter www.filmforumschule.de und www.ideenforumschule.de abrufbar.

Ein Klassiker der Lesefrderung und der grte Schlerwettbewerb in diesem Bereich ist der Vorlesewettbewerb, veranstaltet vom Brsenverein des Deutschen Buchhandels (siehe unten).

Sprach- und Lesefrderung fr Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
Besondere sprachliche Frderung erhalten Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien im Programm „FrMig - Frderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ der Bund-Lnder-Kommission fr Bildungsplanung und Forschungsfrderung (BLK). In den zehn teilnehmenden Bundeslndern werden innovative Anstze entwickelt, erprobt und berprft, die sich fr die Frderung der sprachlichen Fhigkeiten von Kindern und Jugendlichen, die in zwei oder mehr Sprachen leben, eignen. Dabei sind die verschiedenen Institutionen vernetzt, die in der sprachlichen Bildung fr Migranten(kinder)arbeiten.

Frderung von benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Fr die rund vier Millionen funktionaler Analphabeten in Deutschland bietet der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. seit 20 Jahren leicht lesbare Lektre sowie erwachsenengerechte Unterrichtsmaterialien zum Lesen- und Schreibenlernen. Im Bndnis mit anderen Partnern und gefrdert vom Bundesministerium fr Bildung und Forschung werden Jugendliche und Erwachsene in innovativen Projekten wie F.A.N. – Fuball. Alphabetisierung. Netzwerk, Das ALFA-MOBIL oder ZWEITE CHANCE online mit der Lernplattform www.ich-will-lernen.de an das Lesen und Schreiben herangefhrt.

Bibliotheken leisten unverzichtbaren Beitrag zur Lesefrderung
Garanten fr einen freien Zugang zu Bildung, Information und Literatur, gerade auch fr Kinder aus benachteiligten Familien, sind die vielen ffentlichen Bibliotheken. Sie haben in den vergangenen Jahren verstrkt Initiativen und Projekte ins Leben gerufen, die das Lesen mit Kindern und Jugendlichen in den Vordergrund stellen. Dazu gehren die Lesestart-Initiativen genauso wie die Sommerlese-Clubs, der Erwerb des „Bibliotheksfhrerscheins“, Bibliotheksbernachtungen, Vorlese-Aktionen oder Quiz-Spiele. Das Anliegen des Verbands der Deutschen Bibliotheken (DBV) ist es, die Wirkung der Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu strken. Die dbv-Komission Kinder- und Jugendbibliotheken bietet Fortbildungen, Vernetzungen, Informationen und einen Austausch ber gelungene Veranstaltungskonzepte und gibt Tipps fr alle kinder- und jugendbibliothekarischen Befindlichkeiten. Die „Giraffe Online“, eine Zeitschrift fr Kinder- und Jugendbibliothekarinnen und -bibliothekare wird seit Juni 2002 als Newsletter von Prof. Susanne Krger unter Mitarbeit der Expertengruppe herausgegeben und online versandt.

In den letzten Jahren haben eine Reihe von Bibliotheken in enger Zusammenarbeit mit Schulen, vorschulischen Bildungseinrichtungen und Pdagogen modellhafte Curricula entwickelt, um Lernziele, Lernschritte und die Rckkopplung mit der Praxis miteinander zu verknpfen. Die von der dbv-Komission Bibliothek und Schule sowie „Kinder- und Jugendbibliotheken“ erarbeitete Broschre „Wenn Bibliothek Bildungspartner wird ... Lesefrderung mit dem Spiralcurriculum in Schule und Vorschule“ zieht erstmals eine Zwischenbilanz und stellt die erfolgreichsten Projekte vor.
Weitere Aufgaben der Expertengruppe „Bibliothek und Schule“ sind die Organisation von Fach- und Fortbildungsveranstaltungen sowie die laufende redaktionelle Betreuung der Rubrik „Schulbibliothek aktuell“ innerhalb der vierjhrlich erscheinenden Fachzeitschrift „Beitrge Jugendliteratur und Medien“. Die Expertengruppe hat mit Untersttzung des Deutschen Bildungsservers das Portal http://www.schulmediothek.de entwickelt und betreut es redaktionell. Das Portal zeigt auf, wie eine Schulbibliothek gestaltet, organisiert und gefhrt werden muss, damit sie ihre Aufgaben im Schulleben wirkungsvoll wahrnehmen kann. Gleichzeitig verweist es auf die zahlreichen ergnzenden Leistungsangebote ffentlicher Bibliotheken fr Schulen.

Der „Tag der Bibliotheken“ lenkt jhrlich am 24. Oktober mit unterschiedlichen Veranstaltungen die Aufmerksamkeit auf die rund 11.500 Bibliotheken in Deutschland und macht auf ihr umfangreiches Angebot neugierig. An diesem Tag verleiht der Deutsche Bibliotheksverband mit Untersttzung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius die Auszeichnung „Bibliothek des Jahres“, den mit 30.000 Euro ausgestatteten einzigen nationalen Bibliothekspreis. Ebenfalls am 24. Oktober vergibt die Deutsche Literaturkonferenz die Karl-Preusker-Medaille fr besonderes Engagement fr ffentliche Bibliotheken.

Das Portal „wissen-bringt-weiter“, ein Service der Hochschule fr Angewandte Wissenschaften Hamburg, hilft beim Suchen und Finden von Fortbildungsangeboten im Bereich Bibliothek und Information. „Bibliothekssterben.de“, eine Aktion des Berufsverbands Information Bibliothek e.V. (BIB), macht auf Schlieungen und die massiven Etatkrzungen bei ffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken aufmerksam.

Lese- und Schreibwettbewerbe fr Kinder und Jugendliche
Auch Wettbewerbe wecken bei Kindern und Jugendlichen die Neugier auf das Buch und das Lesen. Schon seit 1959 wird der Vorlesewettbewerb „Alle mal herhren“ vom Brsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und sonstigen kulturellen Einrichtungen durchgefhrt. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundesprsidenten und zhlt zu den grten bundesweiten Schlerwettbewerben. Rund 700.000 Schlerinnen und Schler beteiligen sich jedes Jahr. Mitmachen knnen alle 6. Klassen. Jeder, der gerne liest und Spa an Bchern hat, ist eingeladen, sein Lieblingsbuch vorzustellen und eine kurze Passage daraus vorzulesen. „Ohr liest mit - Wettbewerb fr kreatives Lesen und Hren“ wurde vom Brsenverein des Deutschen Buchhandels im Oktober 2004 ins Leben gerufen. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen gemeinsam Bcher zu einem bestimmten Thema lesen und ihre Lektre in ein Hrspiel umsetzen oder zur Basis eines Features machen. Das hrbare Ergebnis wird anschlieend einer Fachjury vorgestellt. Daneben nimmt der Geschichten-Erfinder-Bastel-Wettbewerb um die beiden Lesefans Tesalino & Tesalina der Stiftung Lesen und der tesa AG seit neun Jahren Grund- und Frderschulkinder und ihre Lehrkrfte mit auf abenteuerliche Reisen und motiviert die Kinder zu intensiver Beschftigung mit faszinierenden Themen – und zum Lesen.
„Wer liest, gewinnt“ ist der Titel der Bibliothekstour fr Schlerinnen und Schler, die vom Arbeitskreis Jugendliteratur e.V., dem Deutschen Bibliotheksverband und der Telefonbuch Servicegesellschaft mbH seit 2004 unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin fr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, veranstaltet wird: Die nominierten und preisgekrnten Bcher der Sparte „Kinderbuch“ des Deutschen Jugendliteraturpreises gehen auf groe Tournee durch zahlreiche Bibliotheken in ganz Deutschland. In ca. 50 Literaturquizveranstaltungen jhrlich lernen Kinder der Jahrgangsstufen fnf und sechs die Bcher nher kennen. Jeweils drei Teams mit je drei Schlerinnen und Schlern treten in einem Wettbewerb gegeneinander an.

Der bundesweite Schlerzeitungswettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundesratsprsidenten prsentiert und wrdigt das Engagement von Schlerzeitungsredaktionen. Die Teilnahmebedingungen, Einsendefristen etc. sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Das Projekt der Kultusministerkonferenz und der Jugendpresse Deutschland e.V. wird u.a. durch das Bundesministerium fr Familie, Senioren, Frauen und Jugend untersttzt.

Kinder- und Jugendbuchpreise, Medienpreise, Auszeichnungen
Auszeichnungen herausragender Kinder- und Jugendbcher und Wrdigungen besonderer Leistungen fr die Lesefrderung untersttzen Autorinnen und Autoren, Vereine und Institutionen sowie ehrenamtlich Ttige in ihrem Engagement fr das Lesen.
Im Auftrag des Bundesministeriums fr Familie, Senioren, Frauen und Jugend verleiht der Arbeitskreis fr Jugendliteratur e. V. seit nunmehr ber fnfzig Jahren jhrlich den Deutschen Jugendliteraturpreis auf der Frankfurter Buchmesse. Dies ist der einzige Staatspreis fr erzhlende Literatur in Deutschland. Alle drei Jahre vergibt die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (AJuM) den Heinrich-Wolgast-Preis zur Frderung von Kindermedien und der Deutsche Verband Evangelischer Bchereien schreibt jhrlich den Evangelischen Buchpreis aus. Gelungene Beitrge rund um die Themen Lesekultur und Lesefrderung werden von der Stiftung Presse-Haus NRZ und der Stiftung Lesen mit dem „Dietrich Oppenberg Medienpreis“ prmiert. Jedes Jahr ehrt die Deutsche Akademie fr Kinder- und Jugendliteratur Autoren und Persnlichkeiten der Kinder- und Jugendbuchszene mit dem „Groen Preis“ und dem „Volkacher Taler“.
Fr auerordentliche Leistungen in der Lesefrderung vergibt die Stiftung Lesen alle zwei Jahre den internationalen Preis „Auslese“. Der „Deutsche Vorlesepreis“ von Intersnack Vertriebs GmbH und Stiftung Lesen wrdigt ehrenamtliches Engagement im Bereich der Lesefrderung. Vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Stiftung LERNEN wird der „Hauptsache Lesen – Frderpreis fr nachhaltige Leseprojekte in Grundschulen“ verliehen. Um die Bedeutung der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in den Kinderbuchhandlungen und -abteilungen einer breiten ffentlichkeit bewusst zu machen, lobt die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) jhrlich den „avj-Kinderbuchhandlungspreis“ aus.

Arbeitshilfen und Internetportale zur Lesefrderung
Fachzeitschriften, Empfehlungskataloge zur Kinder- und Jugendliteratur, Arbeitshilfen und vielseitige Internetportale bieten Untersttzung fr alle an der Leseerziehung Beteiligten. Die Stiftung Lesen berichtet regelmig ber aktuelle Themen und Tendenzen der Leserforschung und Rezensionen einschlgiger Literatur im Rahmen des „Forum Lesen“ und gibt Leseempfehlungen und Arbeitshilfen fr den Unterricht heraus. Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) verffentlicht Beitrge zur Jugendliteratur und Medien mit Schulbibliothek aktuell sowie Schwerpunktthemen und methodisch-didaktische Artikel zur Kinder- und Jugendliteratur. Seit 2003 benennt sie in regelmiger Folge besonders empfehlenswerte Bilderbcher, Kinder-, Jugend- und Sachbcher als Lesepeter des Monats. Der Arbeitskreis fr Jugendliteratur e. V. gibt die Fachzeitschrift „JuLit“ – Empfehlungskataloge und Neuigkeiten aus der Kinder- und Jugendbuchszene heraus, die Themenschwerpunkte zu Trends und Problemen der zeitgenssischen Kinder- und Jugendliteratur enthalten. Ein wesentliches Instrument der Information und Beratung sind die seit mehr als 20 Jahren erscheinenden Empfehlungskataloge der Deutschen Akademie fr Kinder- und Jugendliteratur Volkach e. V., die mit Bildern und Anmerkungen versehen, einen berblick ber empfehlenswerte Titel der Kinder- und Jugendliteratur zu einem bestimmten Themenbereich geben. Der Bundesverband der Friedrich-Bdecker-Kreise verffentlicht Autorenverzeichnisse und einen Leitfaden fr Lehrer und Veranstalter von Autorenlesungen.

Portale zur Lesefrderung erschlieen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ebenfalls die Welt des Lesens. Das Portal „Lesen-in-Deutschland.de“ basiert auf dem „Aktionsrahmen zur Frderung der Lesekultur von Kindern und Jugendlichen im auerschulischen Bereich“, der vom Bundesministerium fr Bildung und Forschung herausgegeben wurde. Das Portal ist eine Initiative von Bund und Lndern und dient als Vermittler und Frderer der Lesekultur bei Kindern und Jugendlichen. Das „Julim-Journal“ – ein interaktives Literatur-Portal der AJuM gibt Buch- und Taschenbuch-Empfehlungen, Informationen zu Verlagen sowie Handreichungen fr den Unterricht und Artikel zur Kinder- und Jugendliteratur heraus. Das „Literaturportal“ informiert ber das literarische Leben in Deutschland, ber aktuelle Termine von Lesungen, Vortrgen, Festivals und Ausstellungen und bietet neben Autorenportrts und Tonaufzeichnungen Informationen ber Preise und Stipendien.

Fachtagungen und Fortbildungen
Darber hinaus organisieren einige Institutionen Fachtagungen und Fortbildungen zum Thema Lesefrderung bei Kindern und Jugendlichen. Seit 2005 findet jedes Jahr im Dezember der Round-Table Lesefrderung statt. Dieses Forum bringt Vertreterinnen und Vertreter zentraler Lesefrderungsorganisationen, der einschlgigen Ministerien und der Lehrerfortbildungsinstitute zusammen. Es wird von der Stiftung Lesen veranstaltet und vom Bundesministerium fr Bildung und Forschung (BMBF) untersttzt. Der Arbeitskreis fr Jugendliteratur e. V. organisiert Tagungen und Seminare wie z.B. „Das literarische Leben erobern“ oder „Auer Kontrolle. Gewalt in der aktuellen Jugendliteratur“. Fortbildungen zur Lesefrderung bieten die Akademie fr Lesefrderung der Stiftung Lesen, die Deutsche Akademie fr Kinder- und Jugendliteratur Volkach e. V. die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (AJuM), der Lesewelt e. V und die Stiftung Lesen mit Kooperationspartnern.

Forschungseinrichtungen und internationale Zusammenarbeit
Weltweit bemhen sich Organisationen und Institutionen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bchern und Literatur zu ermglichen und sie zum Lesen zu motivieren. Durch Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit in internationalen Netzwerken knnen gemeinsam Konzepte zur Lesefrderung entwickelt werden. Der Arbeitskreis fr Jugendliteratur vertritt als deutsche Sektion des International Board on Books for Young People (IBBY) die deutsche Kinder- und Jugendliteratur bei den internationalen IBBY-Kongressen. Die Stiftung Lesen ist Mitglied der EU READ – Internationale Plattform fr Kooperation und Ideenaustausch. In ein weltweites kinderliterarisches Netzwerk eingebunden ist die Internationale Jugendbibliothek Mnchen (IJB), die sich zum wichtigsten Zentrum fr internationale Kinder- und Jugendliteratur entwickelt hat. Finanziert wird die Arbeit der IJB aus Mitteln des Bundesministeriums fr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Landes Bayern und der Stadt Mnchen. Forschungseinrichtungen wie die Deutsche Akademie fr Kinder- und Jugendliteratur Volkach, das Institut fr angewandte Kindermedienforschung in Stuttgart, das Institut fr Jugendbuchforschung in Frankfurt am Main sowie die Arbeitsstelle fr Leseforschung und Kinder- und Jugendmedien an der Universitt zu Kln untersttzen die Lesefrderung mit Erkenntnissen aus der Lese- und Lesesozialisationsforschung sowie der Kinder- und Jugendliteraturwissenschaft.

Autorin: Petra Schraml

Das Portrt wurde im Februar 2008 erstellt. Sobald neue Informationen vorliegen, werden die entsprechenden Abschnitte im Text bzw. die Verweise im Text und in der rechten Spalte ergnzt und aktualisiert.


Redaktionskontakt: schuster@dipf.de


Landesportrt erstellt am: 14.02.2008

Zuletzt aktualisiert am: 12.09.2012