Bericht

Mit Medienkritik gegen Falschmeldungen

11.12.2020

Grundschulkinder als Junior-FakeHunter in Bibliotheken




© Büchereizentrale Schleswig-Holstein
© Büchereizentrale Schleswig-Holstein
Nach dem großen Erfolg des Planspiels „Die FakeHunter“ setzen die Büchereizentrale Schleswig-Holstein und die Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V. ihre Zusammenarbeit fort, um nun auch jüngere Kinder für Falschmeldungen zu sensibilisieren.
Mit dem Planspiel „Die FakeHunter Junior – Aufruhr in Seedorf“ unterstützen Bibliotheken Schulen als Bildungspartner bei der Vermittlung von Informations- und Recherchekompetenz. Spielerisch werden Schülerinnen und Schüler der 4. und 5. Klassen an Methoden herangeführt, die es ihnen ermöglichen, kritisch mit digitalen und analogen Medien umzugehen und Falschinformationen zu erkennen.
„Die FakeHunter Junior sind ein weiterer Baustein, mit dem Bibliotheken als außerschulischer Lernort die Medien- und Informationskompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken“, erklärte Oke Simons, Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, anlässlich des Projektstarts.
Informationen: www.bz-sh.de/projekte-bestaende/bildungspartner-bibliothek

„Aufruhr in Seedorf“ - Junior-FakeHunter helfen mit
Im Zentrum des neuen Planspiels steht ein Zeitungsbericht über ein geplantes Großbauprojekt, der in der fiktiven Gemeinde Seedorf für Aufruhr sorgt.
Die Bürgerinnen und Bürger in Seedorf sind verunsichert: Soll wirklich das Vereinsheim des Sportvereins abgerissen werden? Macht der Fabrikbesitzer gemeinsame Sache mit der Bürgermeisterin? Und was hat es mit der geheimnisvollen bedrohten Seekuh im Seedorfer See auf sich?
Gemeinsam mit den Hauptfiguren Emma, Ole und Samira kommen die Schülerinnen und Schüler, eingebunden in die Geschichte „Aufruhr in Seedorf“, einem falschen Zeitungsartikel auf die Spur. Robbi - der schuleigene Roboter – begleitet die Kinder und hilft bei den Recherchen.
Die Kinder machen sich an die Aufgabe zu recherchieren, ob an diesen unglaublichen Nachrichten aus der Zeitung wirklich etwas dran ist. Die Freunde zweifeln an der Wahrheit der Geschichte. Gemeinsam treffen sie sich nach der Schule in der Bibliothek, um der Sache auf den Grund zu gehen. Bei ihrer Recherche stoßen sie auf verschiedene Zeitungsartikel, mit denen sie belegen können, dass der Journalist Leo Rüstrig da eine Menge durcheinandergebracht hat.
Im Dorf formieren sich die Erwachsenen bereits zu einer Protestveranstaltung, bei der die Kinder gerade noch rechtzeitig mit den Ergebnissen ihrer Recherchen die Missverständnisse und Fehler aufklären können.
Unterstützung erhalten die Nachwuchsdetektive von den Schülerinnen und Schülern der teilnehmenden Klassen: Mit verlässlichen Recherchen über Suchmaschinen für Kinder wird der Zeitungsbericht genau unter die Lupe genommen und einem Faktencheck unterzogen. Was Fake News sind und wie man sie erkennt, zeigt ein Trickfilm von Till Penzeck, der extra für das Planspiel angefertigt wurde: Was sind FakeNews?

Durchführung in und mit den Bibliotheken
Mit einem eigenen Internetauftritt www.diefakehunter-junior.de wird den Schülerinnen und Schülern ein gezielter Online-Zugang zur Geschichte „Aufruhr in Seedorf“ und allen benötigten Materialien geboten. Die Internetseite führt linear durch den Ablauf der Geschichte und der Recherchen. Die Geschichte kann sowohl analog als auch digital unterstützt erlebt und gespielt werden. Die Bibliotheken werden bei der Durchführung mit Materialien der Büchereizentrale Schleswig-Holstein unterstützt.
Download unter: www.bz-sh.de/projekte-bestaende/die-fakehunter-junior

Bausteine für den Einsatz in der FakeHunter-Junior-Version (online + Download):
  • Krimigeschichte „Aufruhr in Seedorf“
  • Audios der Geschichte und einzelner Artikel
  • Ausgangsartikel von Leo Rüstrig „Ausverkauf – wie eine Bürgermeisterin unseren Ort verkauft“
  • Fragebögen mit einem Radiobericht und weiteren Zeitungsartikeln, QR-Codes zur Internetseite und Raum für die Rechercheergebnisse der Schülerinnen und Schüler
  • Infoblatt 1 zu Suchmaschinen für Kinder
  • Infoblatt 2 zu den Prüfwerkzeugen
  • Erklärfilm mit den Hauptfiguren der Geschichte (nur online)
In der Durchführung des Planspiels bleiben die Bibliotheken durch die unterschiedlichen Materialien und Darstellungsweisen flexibel, sodass sie den Ablauf perfekt an die jeweiligen Gegebenheiten der Bibliothek, aber auch an die Strukturen der Schulen anpassen können. So ist es möglich, das Planspiel in vielen verschiedenen und dem Kenntnisstand der Schülerinnen und Schüler entsprechenden Varianten durchzuführen. Ob es als Lesung mit Arbeitsphase durch die Kolleginnen und Kollegen in der Bibliothek durchgeführt wird oder kombiniert als Hörspiel und Lesevariante in der Bibliothek, zu Hause und in der Schule stattfindet, ist dabei völlig frei und gut planbar. Mithilfe der Audios kann es gelingen, selbst schwächere Schülerinnen und Schüler abzuholen und für das Thema zu begeistern.
Auch eine reine Online-Variante mit einem digitalen Besuch der Bibliothek in der Schule ist möglich, jedoch abhängig von der technischen Ausstattung der Bibliothek, der Schule und der Schülerinnen und Schüler. Hierbei können Geschichte, Hörbuchanteile, Videos und Aufgaben eigenständig in geplanten Phasen im Rahmen des Deutschunterrichtes gelesen, gehört, gesehen und bearbeitet werden. Das Planspiel und seine Inhalte sind also, abhängig von der vorherigen Planung, von zwei Unterrichtsstunden in der Bibliothek bis zu einer unbegrenzten Zeit im Schulunterricht durchführ- und anwendbar. Dabei bietet es viele Anknüpfungspunkte an, um weiter kindgerecht und dem Alter entsprechend an dem Thema und der Informationskompetenz der Schülerinnen und Schüler zu arbeiten.

FakeHunter für alle Bibliotheken nutzbar
Die Förderung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein in Höhe von 28.300 Euro ermöglichte es, das Planspiel gemeinsam mit einer bibliothekarischen Arbeitsgruppe aus Kiel und Neumünster, der Krimiautorin Sabine Trinkaus und dem Hamburger Trickfilmer Till Penzeck zu entwickeln. Dieses mit öffentlichen Geldern finanzierte Projekt ist damit – ebenso wie die FakeHunter für die Großen - unter der freien Bildungslizenz CC BY NC für alle Bibliotheken einsetzbar.

Über Schleswig-Holstein hinaus wurden im DACH-Raum bereits über 80 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in den Bibliotheksfachstellen und Großstadtbibliotheken ausgebildet, die nun ihrerseits die FakeHunter-Schulungen für ihre Bibliotheken übernehmen. So können die FakeHunter und die FakeHunter-Junior von allen Öffentlichen Bibliotheken in der Kooperation mit den Schulen eingesetzt werden. Eine Übersicht der Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner außerhalb von Schleswig-Holstein bietet allen Bibliotheken die Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme mit ihren Multiplikatorinnen und Multiplikatoren: www.diefakehunter.de/ansprechpartner/

Kontakt:
Büchereizentrale Schleswig-Holstein
Kathrin Reckling-Freitag (Stabsstelle Bibliothek und Schule)
Andreas Langer (Stabsstelle Medienpädagogik)
Wrangelstr. 1
24768 Rendsburg
Tel.: (04331) 125-564
E-Mail: reckling-freitag@bz-sh.de
www.bz-sh.de
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de