Bericht

Leseflüssigkeit trainieren mit dem Lesekalender 2021

30.11.2020

Ein Angebot der Akademie für Leseförderung Niedersachsen




Titelseite des Lesekalenders (Ausschnitt)
Titelseite des Lesekalenders (Ausschnitt)
© Akademie für Leseförderung
Wörterlotto, Lesetheater und Echolesen sind einige der Methoden, mit denen die Leseflüssigkeit auf spielerische Weise trainiert werden kann. Denn das Lesen wird erst zum Vergnügen, wenn es flüssig und ohne Anstrengung erfolgt. Das muss geübt und trainiert werden. Wie das gelingen kann, wird im neuen Lesekalender der Akademie für Leseförderung beschrieben. Auf zwölf Kalenderseiten hat das Team der Akademie Praxistipps zum Sichtwortschatztraining sowie zu Lautlese- und Vielleseverfahren zusammengestellt. Die präsentierten Ideen können in einer Gruppe mit Kindern und in der 1:1-Situation eingesetzt werden.

Stichwortschatztraining
Im Januar, Februar und März werden auf den Kalenderseiten Methoden vorgestellt, mit denen der Stichwortschatz trainiert werden kann. Dazu gehören Wörter, die nicht mehr Buchstabe für Buchstabe erlesen werden müssen, sondern auf einen Blick erfasst werden können. Beim Blitzwortlesen z. B. kann diese Fähigkeit in Partnerarbeit geübt werden. Dafür wird eine Auswahl von Wörtern gut lesbar auf Wortkarten gedruckt oder geschrieben. Jede Zweiergruppe erhält ein Set Wortkarten. Ein Kind hält nacheinander Wortkärtchen hoch, das andere Kind muss die Wörter so schnell wie möglich vorlesen. Nach einer oder mehreren Minuten wird die Anzahl der erlesenen Wörter gezählt und in eine Rekordliste eingetragen. Anschließend werden die Rollen getauscht. Bei mehrfachem Wiederholen der Übung stellen sich schnell Erfolgserlebnisse ein und die Leseflüssigkeit wird verbessert.

Lautleseverfahren
Verfahren, mit denen die Leseflüssigkeit durch wiederholtes lautes bzw. halblautes Lesen in Partner- oder Gruppenarbeit trainiert werden kann, werden von April bis September im Kalender vorgestellt. Zum Beispiel das Spiel mit dem Ich-Du-Wir-Würfel: Eine Gruppe von 2 bis 6 Kindern, die möglichst homogen im Hinblick auf ihre Lesefähigkeiten sein sollte, sitzt im Kreis. Alle erhalten einen Lesetext, der in 4 bis 6 kurze, ungefähr gleich lange Abschnitte eingeteilt ist. Das erste Kind würfelt. Erscheint die „Ich-Seite“ des Würfels oben, liest es selbst den ersten Textabschnitt halblaut vor. Wird die „Du-Seite“ gewürfelt, darf ein anderes Kind der Gruppe als Vorleserin oder Vorleser bestimmt werden. Alle anderen Kinder lesen still mit. Fällt die „Wir-Seite“ des Würfels, liest die Gruppe gemeinsam. Beim zweiten Würfeln wird der erste Textabschnitt erneut gelesen und dazu noch ein weiterer Abschnitt. Nach jedem Würfeln wird dieses Vorgehen wiederholt, bis alle Abschnitte vorgelesen wurden. Am Ende wird der gesamte Text gemeinsam laut und flüssig gelesen.

Vielleseverfahren
Von Oktober bis Dezember präsentiert der Kalender Projekte und Aktionen, die Kinder- und Jugendliche motivieren können, eine möglichst große Menge an Texten oder Büchern in einer bestimmten Zeit zu lesen. Durch die erhöhte Lesemenge können Leseflüssigkeit und Leseverstehen verbessert werden. Zudem trägt die erfolgreiche Bewältigung von Leseaufgaben dazu bei, ein positives Selbstkonzept als Leserin bzw. Leser aufzubauen und zu festigen. Leseherausforderungen, die Teilnahme am Leseförderprojekt JULIUS-CLUB oder an der Aktion Büchertürme können dies bewirken.

Der Kalender kann für eine Aufwandsentschädigung von 5,00 Euro unter alf@gwlb.de bestellt werden.

Praxistipps aus dem Lesekalender von A-Z
Seit 2012 gibt die Akademie für Leseförderung Niedersachsen mit Unterstützung des Niedersächsischen Kultusministeriums einen Kalender mit Projektbeschreibungen, Ideen und Praxistipps aus verschiedenen Bereichen der Leseförderung heraus. Alle Praxistipps werden auf der Website der Akademie in einer Ideenbörse gesammelt und sind abrufbar unter:
www.alf-hannover.de/materialien/praxistipps-von-a-bis-z

Christine Schuster

Kontakt:
Lena Bartneck
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Akademie für Leseförderung Niedersachsen
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Waterloostr. 8
30169 Hannover
Tel.: (0511) 1267-308
E-Mail: alf-presse@gwlb.de
www.alf-hannover.de
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de