Meldung

Forschungsprojekt REACH

25.07.2016

REaching young adults with low ACHievement in literacy




REACH-Start am 21.07.2016 in Bonn
REACH-Start am 21.07.2016 in Bonn
Stiftung Lesen
Die Stiftung Lesen startet ein neues Forschungs- und Entwicklungsprojekt, dessen Ziel es ist, funktionale Analphabeten knftig in den Jahren des Berufseinstiegs und der Familiengrndung besser untersttzen zu knnen: REACH - REaching young adults with low ACHievement in literacy. Am 21. Juli fand in Bonn das erste Treffen der REACH-Partner statt. Der Fokus des Projekts: Wie knnen junge Erwachsene von 16 bis 35 Jahren auf Alpha 3-Level fr das Lesen interessiert und motiviert werden? Diese Menschen knnen zwar einzelne Stze lesen oder schreiben, scheitern jedoch an zusammenhngenden, auch krzeren Texten und vermeiden sie deshalb. Mit gut 5 Millionen Personen machen sie den grten Teil der insgesamt 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten im erwerbsfhigen Alter in Deutschland aus. REACH ist ein Projekt im Rahmen der Nationalen Dekade fr Alphabetisierung und wird vom Bundesministerium fr Bildung und Forschung finanziert.

„Jugendliche und junge erwachsene Analphabeten mssen eine Kernzielgruppe der Lesefrderung werden. Sie haben das institutionelle Bildungssystem verlassen und prgen als Eltern die Lesesozialisation ihrer Kinder. Aber bisher gibt es kaum Manahmen, die diese Menschen erreichen. Das will die Stiftung Lesen ndern und REACH ist dafr der erste Schritt“, so Dr. Jrg F. Maas, Hauptgeschftsfhrer der Stiftung Lesen. Nach der SAPfA-Studie zu Analphabetismus am Arbeitsplatz ist REACH ein weiteres Grundlagenprojekt des Instituts fr Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen unter der Leitung von Dr. Simone C. Ehmig.

Funktionale Analphabeten fragen klassische Kursangebote nur selten nach und werden von den Volkshochschulen oder anderen Trgern schwer erreicht. Viele von ihnen knnten aber fr ihren weiteren Lebensweg nachhaltig von geeigneten Frderangeboten profitieren. Nicht zuletzt knnten sie auch zu Lesevorbildern fr ihre Kinder werden. REACH sondiert nun mgliche Zugangswege, ausgehend von der bisherigen Praxis der Alphabetisierung und Grundbildung einerseits sowie einer genauen Analyse der Zielgruppe und ihrer Lebenswelt andererseits. Nach der Auswertung einer Vielzahl von Datenquellen, Tiefeninterviews mit Angehrigen der Zielgruppe und Gruppendiskussionen mit Multiplikatoren werden konkrete Zugnge und Mglichkeiten der Ansprache pilothaft umgesetzt und begleitend evaluiert.

In der ersten Phase der Analysen arbeitet die Stiftung Lesen mit GESIS Leibniz-Institut fr Sozialforschung (PIAAC), dem Leibniz-Institut fr Bildungsverlufe e. V. (NEPS) und der Universitt Hamburg (Leo-Studie) zusammen, in der zweiten Phase mit der GfK, dem Institut fr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, dem Institut fr Demoskopie Allensbach und dem AOK-Bundesverband. Datenmaterial stellen darber hinaus das Deutsche Institut fr Wirtschaftsforschung und das Robert Koch-Institut zur Verfgung. Das Gesamtvorhaben wird von den kooperierenden Instituten sowie von Prof. Dr. Helmut Bremer (Universitt Duisburg-Essen), Dr. Mathias Alke (Deutsches Institut fr Erwachsenenbildung) und Jan-Peter Kalisch (iCHANCE) beratend begleitet.

Kontakt:
Dr. Simone C. Ehmig
Leiterin Institut fr Lese-und Medienforschung
Rmerwall 40
55131 Mainz
Tel.: (06131) 288 90-81
E-Mail: simone.ehmig@stiftunglesen.de
www.stiftunglesen.de/institut-fuer-lese-und-medienforschung

Hans Georg Selge
Leiter Kommunikation & Public Affairs
Tel.: (06131) 288 90-36
E-Mail: hans.selge@stiftunglesen.de

Redaktionskontakt: schuster@dipf.de