Leseempfehlung

Die besten 7 Bücher für junge Leser

05.01.2021

Deutschlandfunk-Bestenliste im Monat Januar 2021




© Deutschlandfunk
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Samstags von 16.05 bis 16.30 Uhr werden im Deutschlandfunk Bücher für junge Leserinnen und Leser vorgestellt und jeweils am ersten Samstag im Monat „Die besten 7“ - ermittelt von 30 Jurorinnen und Juroren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Auftrag der Literatur-Redaktion des Deutschlandfunks. Alle Sendungen stehen zum Nachhören als Podcasts auf der Website der Sendung „Bücher für junge Leser“ zur Verfügung, ebenfalls die Manuskripte der Sendungen: www.deutschlandfunk.de/buecher-fuer-junge-leser

Am 2. Januar stellte Ute Wegmann im Gespräch mit dem Juror Thomas Linden die Deutschlandfunk-Bestenliste des Monats Januar 2021 vor.

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Quelle: www.deutschlandfunk.de

Pokko und die Trommel
Von Matthew Forsythe
Aus dem Englischen von Rita Fürstenau
Rotopolpress, 64 Seiten, 18 Euro, ab 4 Jahren

Pokkos Eltern schenken ihr eine Trommel. Ob das wirklich eine gute Idee war? Aber das Froschmädchen spielt gut, denn die Tiere schließen sich ihm an. Zuerst der Waschbär, dann der Hase, sogar der Wolf – und bald folgen alle Bewohner des Waldes. Und Pokko trommelt und trommelt. Wird sie hören, wenn der Vater sie zum Abendessen ruft? Eine Geschichte über Hingabe und Selbstverwirklichung in einer Froschfamilie.


Die grünen Stiefel
Von Hans Traxler
Verlag Antje Kunstmann, 32 Seiten, 16 Euro, ab 5 Jahren

Johanns Zimmer steht unter Wasser. Garten, Felder und Wiesen sind überschwemmt, im Wasser treiben Eisschollen und in einem Kajak rudern Inuits auf das Haus zu. Was ist los? Johann geht zu seiner Oma, die im Dachzimmer vor dem Fernseher sitzt und seufzt: »Das Wetter spielt total verrückt. Wie soll das bloß alles enden?« Gut, dass Johann grüne Gummistiefel besitzt. Aber was passiert, wenn das Wasser weitersteigt? Wirklichkeit oder noch nur ein kindlicher Albtraum? Ein beeindruckendes Bilderbuch über den Klimawandel.


Der Schriftsteller und die Katze
Von Nabiha Mheidly und Walid Taher (Illustration)
Aus dem Arabischen von Petra Dünges
Rieder Verlag, 32 Seiten, 14 Euro, ab 7 Jahren

Ein Schriftsteller sucht nach einer neuen Geschichte, als plötzlich eine Katze durch sein Arbeitszimmer schleicht, eine wilde Straßenkatze, wohl der Phantasie des Mannes entsprungen. Aber die Katze macht, was sie will. Und der Schriftsteller? Folgt er ihr, seiner neuen Hauptfigur, und schreibt so seine Geschichte? Ein Bilderbuch über das Schreiben, die Beziehung des Schriftstellers zu seinen Figuren und über Kreativität. Humorvoll illustriert.


Rico, Oskar und das Mistverständnis
Von Andreas Steinhöfel und Peter Schössow (Illustration)
Carlsen Verlag, 336 Seiten, 16 Euro, ab 10 Jahren

Eine Krise! Rico und Oskar haben Sendepause! Richtig verkracht. Eigentlich müssen sie aber ihren Spielplatz vor Immobilienhaien retten. Oskar wittert sogar einen Kriminalfall, aber er muss sich ganz allein erkundigen, denn Rico spricht nicht mehr mit ihm. Erste Liebe kommt auch noch dazu. Ihre anderen Freunde versuchen verzweifelt, die beiden Streithähne miteinander zu versöhnen – erfolglos. Bald wird klar, nur wenn die beiden zusammenarbeiten, können sie den Spielplatz retten ... Und außerdem schreibt Rico seine erste Geschichte. Vielleicht wird er ja doch noch Schriftsteller. Mit vielen heiteren ganzseitigen Bildtafeln.


Goldjunge. Beethovens Jugendjahre
Von Mikael Ross
avant-verlag, 192 Seiten, 25 Euro, ab 13 Jahren

Der talentierte Ludwig van Beethoven – geboren 1770 in einfachen Verhältnissen – findet früh seinen Weg ins kaiserliche Wien, wo er lernt und seine Kompositionen vorstellen kann. Aber der immer leicht kränkelnde Beethoven erfährt auch früh Neid und Missgunst. Anhand von Aufzeichnungen über die Kindheit und Jugend Beethovens setzt Ross die Zerrissenheit, die Hingabe des Musikers und die Einzigartigkeit seiner Musik in Bilder. Eine Zeitreise durch eine oft tragische Kindheit und Jugend eines genialen Musikers.


Gegen mein Gewissen
Von Hannah Brinkmann
avant-verlag, 232 Seiten, 30 Euro, ab 14 Jahren

Hermann Brinkmann war ein überzeugter Pazifist. Er wollte als Kriegsdienstverweigerer anerkannt werden, nicht den einfachen Weg gehen, sich in den Schutzraum Berlin zurückzuziehen wie viel andere. Aber die sogenannte "Gewissenprüfung" vor Gutachtern der Bundeswehr, von allen gefürchtet, bestand er nicht. 1973 wurde er eingezogen und wehrte sich vergeblich. Als er schon sichtbar gezeichnet und verändert durch den Wehrdienst erneut kein psychologisches Gutachten bekam, das ihn vom Wehrdienst befreite, nahm er sich das Leben.
Einfühlsam erzählt die Illustratorin die Geschichte ihres Onkels, dessen Schicksal eine Debatte über die Rechtmäßigkeit der Gewissensprüfung auslöste.


Die Gespenster von Demmin
Von Verena Kessler
Hanser Berlin, 240 Seiten, 22 Euro, ab 14 Jahren

Ende des Zweiten Weltkriegs fand in Demmin der größte Massensuizid der deutschen Geschichte statt. Für Larry ist ihre Heimatstadt vor allem langweilig. Sie will Kriegsreporterin werden, betreibt deshalb kleine Abhärteaktionen und interessiert sich für den Tod. Aber natürlich auch für die ständigen Verliebtheiten ihrer Mutter und ihrer besten Freundin. Die Nachbarin gegenüber, die immer am Fenster sitzt, bereitet unterdessen ihren Umzug ins Seniorenheim vor. Beim Aussortieren ihres Hausstands erinnert sie sich immer wieder an die letzten Kriegstage und daran, dass sie etwas versteckt hält, für den Fall, dass die Nachkriegssituation unerträglich geworden wäre. Eine Geschichte über Trauer und Einsamkeit, Freundschaft und erste Liebe und über die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen. Mit Leichtigkeit und psychologischem Feingefühl erzählt.


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