Meldung

Welttag der Alphabetisierung 2012

05.09.2012

Mehr als sieben Millionen Menschen haben Probleme mit der Schrift




© Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.
© Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.
Der Alphabetisierungstag der Vereinten Nationen erinnert jedes Jahr am 8. September daran, dass auch in hoch industrialisierten Ländern wie Deutschland viele Erwachsene große Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben. Nach einer Studie der Hamburger Universität aus dem letzten Jahr sind 7,5 Millionen Menschen betroffen. Mit der Level One Studie (leo-Studie 2011) zur Literalität von Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren wurde der Bildungsrepublik schwarz auf weiß bestätigt: 14,5 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland können allenfalls einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch kurze Texte. Von den 7,5 Millionen Erwachsenen mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen besuchen gerade einmal 20.000 einen Lese- und Schreibkurs. Lesen und Schreiben sowie Grundbildung sind jedoch Voraussetzungen für die individuelle Entfaltung und eine wichtige Basis zur Teilhabe an der Gesellschaft.
Als Reaktion auf die Studie haben Bund und Länder eine „Nationale Strategie zur Verringerung der Zahl funktionaler Analphabeten“ ausgerufen. „Alle gesellschaftlichen Gruppen sind aufgefordert, sich anzuschließen“, betonten Bundesbildungsministerin Annette Schavan und der damalige KMK-Präsident Bernd Althusmann Ende letzten Jahres.

Lese- und Schreibkurse für Erwachsene
Erste Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige ist das ALFA-TELEFON des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung. Unter der kostenlosen Nummer 0800 - 53 33 44 55 gibt es dort Informationen und Beratung über Lese- und Schreibkurse in ganz Deutschland. Viele Volkshochschulen, aber auch andere Einrichtungen der Erwachsenenbildung, bieten Kurse an. Eine Übersicht zu Lernangeboten befindet sich auch im Internet unter www.alfa-telefon.de.

Talkrunde im BASE_camp Berlin am 6. September
Im Rahmen des Weltalphabetisierungstages laden das Projekt iCHANCE des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V. und der Verein Lesen und Schreiben e.V. Berlin Interessierte dazu ein, sich über den funktionalen Analphabetismus zu informieren, mit Lernenden, Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen und die Einrichtung in Berlin-Neukölln zu erkunden, die seit 30 Jahren Vollzeitangebote ausschließlich für Erwachsene mit niedrigen Lese- und Schreibkompetenzen anbietet.
Lerner, Politiker und Bildungsexperten diskutieren, welche gemeinsamen Kraftanstrengungen in Politik und Gesellschaft nötig sind, damit mehr Menschen als bisher das Lesen und Schreiben erfolgreich lernen.
Der Blick in die Praxis darf dabei nicht fehlen. Lerner und Pädagogen des Vereins Lesen und Schreiben e.V. werden über die eigene Arbeit berichten. Dank der Initiative „Mut zum Lesen“ können Bildungsträger, Kursleiter und Lerner bei der Veranstaltung kostenlos Alphabetisierungsmaterialien bestellen. Flyer

Weltalphabetisierungstag im Haus der Bundespressekonferenz Berlin
Die UN-Weltdekade der Alphabetisierung geht in diesem Jahr zu Ende. Der Weltalphabetisierungstag 2012 bietet die Gelegenheit, den Blick über Deutschland hinaus nach Europa zu richten, um nationale und europäische Ansätze in der Alphabetisierungsarbeit zu betrachten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen, die erst im Erwachsenenalter Lesen und Schreiben lernten. Judith Schulte-Loh moderiert die Veranstaltung am 7. September im Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz Berlin. Programm

Kontakt:
Peter Hubertus
Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.
Tel.: (0251) 49 09 96-81
E-Mail: bundesverband@alphabetisierung.de
Internet: www.alphabetisierung.de
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de