Meldung

Das unartige Kind

11.09.2009

Ein literarischer Typus zwischen Aufruhr und Anpassung



Das unartige Kind ist derzeit als „kleiner Tyrann“ Mittelpunkt der Diskussion um Erziehungsmethoden und -erfolge. Der Arbeitskreis für Jugendliteratur hat sich ihm während einer Tagung im Mai 2009 unter pädagogischen, literaturwissenschaftlichen und psychologischen Aspekten genähert. Wer sind die Unartigen in der aktuellen Kinderliteratur? Welche Funktion haben sie? Wie sieht im Gegenzug ein ideales Kind aus? Die Erkenntnisse der Referenten - Susanne Helene Becker, Gidon Horowitz, Stephanie Jentgens, Maria Linsmann-Dege, Sonja Matheson und Gundel Mattenklott - sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift JuLit zusammengefasst. Neben diesem Themenschwerpunkt spürt Karin Gruß dem aktuellen Trend der neuen Malbücher nach, die Kreativität und schöpferische Unabhängigkeit fördern. Roman Hocke erinnert sich an seinen Freund und Kollegen Michael Ende, der im November 80 Jahre alt geworden wäre. Und Felix Giesa porträtiert ein weiteres Geburtstagskind: Donald Duck. Einen Überblick über alle Beiträge bietet das folgende Inhaltsverzeichnis.

Fokus
Stephanie Jentgens: Struwwelpeter und seine Geschwister. Aufmüpfige Kinderbuchhelden

Gidon Horwitz: Der Schatten. Das unartige Kind aus tiefenpsychologischer Sicht

Gundel Mattenklott: Eigensinnig, verträumt, wild. Störende und störrische Kinder in der Geschichte der Erziehung und Kinderliteratur

Maria Linsmann-Dege: Fehlverhalten im Wandel der Zeit. Darstellung des unartigen Kindes im Bilderbuch

Kristina Bernd: Keiner ist gerne Außenseiter. Karen-Susan Fessel im Interview über ihre Rebellen im Jugendbuch

Sonja Matheson: Von Unartigen und Wilden. Ein Blick auf Eigen- und Fremdwahrnehmung

Susanne Helene Becker: Die neue Artigkeit. Freche Kinder im aktuellen Kinderbuch

Aus der Werkstatt
Julia Lentge: Ein Tscheche in Bayern. Zu Besuch bei Jaromir Konecny

Forum
Karin Gruss: Kreativität und Imagination. Neue Malbücher erobern den Buchmarkt

Fachliteratur
Jana Mikota: Rezension von „Kriegs- und Nachkriegskindheiten“

Susanne Vollberg: Rezension von „Jugend - Werte - Medien“

Anita Schilcher: Rezension von „Texte lesen“

Kontrovers
Klaus A. Schneewind / Melanie Babenhauserheide: Erziehung. Brauchen Kinder und Jugendliche heute wieder mehr Grenzen?

Arbeitskreis aktuell
ILONA Einwohlt: Schluss mit den „armen Poeten“. Der Verband deutscher Schriftsteller im Porträt

Internationales
Kristina Bernd: Brücken schlagen. Das Tamer Institute für Community Education erhält den ALMA 2009

Berichte & Nachrichten
Roman Hocke: Die Schönheit des Geheimnisvollen. Zum 80. Geburtstag von Michael Ende

Felix Giesa: Der Wüterich wird leise. Donald Duck feiert seinen 75. Geburtstag


JuLit - die Zeitschrift des Arbeitskreises für Jugendliteratur
Viermal im Jahr wendet sich Julit an alle, denen die Förderung und Vermittlung der Kinder- und Jugendliteratur ein besonderes Anliegen ist: an Einzelpersonen ebenso wie an Institutionen und Fachverbände. Jedes Heft widmet sich mit Artikeln, Interviews, Autorenporträts und Bibliografien einem Themenschwerpunkt. Im letzten Heft des Jahres steht der Deutsche Jugendliteraturpreis mit seinen Preisträgern und der Preisverleihung im Mittelpunkt.
In Werkstattberichten werden Nachwuchstalente aus dem Kinderbuchbereich vorgestellt; relevante Fachliteratur wird in ausführlichen Rezensionen erschlossen. Weitere Schwerpunkte liegen bei internationalen Entwicklungen und Ereignissen, bei den Aktivitäten des Arbeitskreises für Jugendliteratur und seiner Mitgliedsverbände. Berichte aus der praktischen Arbeit der Literaturvermittlung sowie aktuelle Meldungen und Nachrichten runden das Spektrum der Zeitschrift ab.
Meinungsvielfalt ist für den Arbeitskreis für Jugendliteratur seit seiner Gründung 1955 prägend. Das Gleiche gilt auch für seine Zeitschrift: JuLit bietet Raum für unterschiedliche Positionen und Forschungsrichtungen, für eine kontroverse und konstruktive Debatte zur Kinder- und Jugendliteratur.
Julit erscheint vierteljährlich und ist für 8,50 Euro zzgl. Versand erhältlich.

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