Bericht

Magische Rezepte von Potsdamer Kindern

12.12.2019

Leseförderprojekt in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam


Ein fantasievolles Bild-Wort-Kunstwerk gestalteten Potsdamer Kinder unter professioneller Anleitung einer Kinderbuchautorin, einer Filmemacherin und eines Museumspädagogen während einer Projektwoche in den Herbstferien. Gefördert wurde das Gemeinschaftsprojekt der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, der RAA Potsdam und des Fröbelhorts „Sausewind“ vom Deutschen Bibliotheksverband e.V. im Rahmen der Projektreihe Total Digital! - Lesen und digitale Medien des BMBF-Programms Kultur macht stark! - Bündnisse für Bildung.

Warum leuchtet die Pizza im Dunkeln?
15 Potsdamer Kinder zwischen 8 und 12 Jahren begaben sich in den Oktoberferien auf die Spuren des fiktiven italienischen Meisterkochs Giovanni di Barbarello, der vor vielen Jahrhunderten ein magisches Kochbuch verfasst haben soll, mit dem Friedrich Wilhelm IV. z.B. in der Orangerie seine Angebetete eroberte, Feinde verscheuchte, Spione enttarnte und allerlei Wundersames vollbrachte. Leider ist dieses zauberhafte Kochbuch verschwunden. Nur eine vergilbte Seite daraus wurde gefunden. Sie war für die Kinder der Anstoß, im Park Sanssouci, im Orangerie-Schloss und in der Schlossküche nach Spuren, Zutaten und Indizien zu suchen und neue geheimnisvolle Rezepte mit italienischen und wundersamen Zutaten zu erfinden. Die Spurensuche begann an italienischen Orten im Park Sanssouci. Römische Götter inspirierten die Kinder, sie fanden im Schlossfundus historische Kleider und stöberten in der historischen Schlossküche. Das Tablet war dabei für jedes Kind Hauptarbeitsmittel zum Erstellen digitaler Fotos und Filmsequenzen, zum Schreiben und Recherchieren.

Gemeinsam mit der Kinderbuchautorin Marikka Pfeiffer, dem Museumspädagogen Michael Adam und der Potsdamer Filmemacherin Kristina Tschesch arbeiteten die Kinder fünf Tage lang für „Das neue magische Kochbuch“ - künstlerisch und literarisch. Es wurde geschrieben, gezeichnet, gefilmt, diskutiert, geklebt, collagiert, fotografiert, gefilmt und gedruckt. Alles für das große, eigene Kochbuch, für das jedes Kind in der Art der jahrhundertealten Tradition der Buchillustration sein geheimnisvoll-literarisches Rezept auf einer Buchseite gestaltete und die magische Wirkung beschrieb. Am Ende der Projektwoche war „Das neue magische Kochbuch“ entstanden. Das Original der Kinder bleibt behütet und verschlossen in der Sammlung Brandenburgica der Stadt- und Landesbibliothek in Potsdam für alle Zeiten verwahrt.

Marikka Pfeiffer ist vom Projektergebnis der Kinder begeistert: „Es sind so wunderbare magische Rezepte entstanden. Ob nun Unsichtbare Nudeln oder Löwenhaar-Pizza, Troll-Tortellinos oder Langes-Leben-Gelato - Die magischen Zutaten zu den neuen Rezepten zeigen die Neugier und die Abenteuerlust der Kinder und haben so ein fantasievolles Bild-Wort-Kunstwerk entstehen lassen.“

Während der Projektwoche konnten die Kinder gemeinsam ihre Umwelt und historische Bereiche ihrer Heimat entdecken und wahrnehmen. Jedes Kind konnte dabei sein individuelles Potenzial beim Sehen, Gestalten, Schreiben und (Vor-)lesen und insbesondere bei der sprachlichen Weiterentwicklung nach eigenen Vorstellungen in der Gruppe nutzen. Die Projektarbeit bot den Kindern individuelle Schreib- und Leseförderung mit einfachen und kreativen, analogen und digitalen Mitteln. Sie hatten große Freude bei der gemeinsamen Arbeit.
„Warum leuchtet die Pizza im Dunkeln?“ ist ein nachhaltiges Projekt, das den Kindern ein kreatives Miteinander über bildliche Sprache, das Alphabet und eigene Texte ermöglichte, den kulturellen Austausch herausforderte und neue Freundschaften anschob. Hier wurden Sprache, Kochrezepte und eigene Texte zum Schlüssel bei der Integration!

Die Potsdamer Catering-Köchin Christine Wolf gestaltete für das Premieren-Büfett einzelne magische Rezepte der Kinder als lukullische Überraschung zum „Nachschmecken“. - Mit kulinarischem Erfolg!

In der Filmdokumentation von Kristina Tschesch stellen die Kinder sich und ihre geheimnisvollen Rezepte vor und erzählen, was sie während der Projektwoche erlebt haben.



Ronald Gohr

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Ronald Gohr
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