Leseempfehlung

Die besten 7 Bücher für junge Leserinnen und Leser

04.06.2018

Deutschlandfunk-Bestenliste im Monat Juni 2018


Samstags von 16.05 bis 16.30 Uhr werden im Deutschlandfunk Bücher für junge Leserinnen und Leser vorgestellt und jeweils am ersten Samstag im Monat „Die besten 7“ - ermittelt von 30 Jurorinnen und Juroren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Auftrag der Literatur-Redaktion des Deutschlandfunks. Alle Sendungen stehen zum Nachhören als Podcasts auf der Website der Sendung „Bücher für junge Leser“ zur Verfügung, ebenfalls die Manuskripte der Sendungen: www.deutschlandfunk.de/buecher-fuer-junge-leser.1201.de.html

Am 2. Juni stellte Ute Wegmann im Gespräch mit der Jurorin Heidi Lexe, Leiterin der STUBE in Wien und Herausgeberin des Fernkurses Kinder- und Jugendliteratur, die Deutschlandfunk-Bestenliste des Monats Juni 2018 vor.

Im Gefängnis
Ein Kinderbuch über das Leben hinter Gittern
Von Thomas Engelhardt, Monika Osberghaus und Susann Hesselbarth (Illustration)
92 Seiten, 14,00 EUR, Klett Kinderbuch, ab 8 Jahren

Wie ist das Leben im Gefängnis? Wie sieht es da aus? Wer arbeitet dort? Eine Mischung aus Sachbuch und Erzählung, Erklärtext und fiktiven Briefwechseln zwischen einem Mädchen und seinem Vater, der für drei Jahre „hinter Gitter“ muss. Eine Einführung in eine Welt, die man aus eigenem Erleben nicht kennt. Mit guten informativen Illustrationen.


Lars, mein Freund
Von Iben Akerlie
Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger
252 Seiten, 12,95 EUR; dtv/Reihe Hanser, ab 10 Jahren

In der Schule werden die Patenkinder zugeordnet, und Amanda soll sich um einen neuen Mitschüler mit Down-Syndrom kümmern. Warum ausgerechnet sie? Aber nach und nach merkt sie, dass man mit Lars eine Menge Spaß haben kann. Die anderen aber machen sich über sie und Lars lustig. Wie schwer es ist, Vorurteile abzubauen und sich den Mobbingaktionen der anderen zu entziehen, weil man dazugehören möchte, davon erzählt diese Freundschaftsgeschichte, die ein Statement gegen Feigheit und Oberflächlichkeit ist.


Stechmückensommer
Von Jutta Wilke
Knesebeck Verlag, 208 Seiten, 15,00 EUR, ab 12 Jahren

„Eine Made ist weiß. Langweilig. Und dick. Und sie nennen mich Made.“ Madeleine, 14 Jahre, muss den Sommer in einem Feriencamp in Schweden verbringen. Öde! Bei einem Ausflug in ein Bergwerk, setzt sie sich von den anderen ab, will sich kurz im VW-Bus ausruhen, als sie plötzlich merkt, dass sich der Bus in Bewegung gesetzt hat. Und dann überschlagen sich die Ereignisse. Aus einer versehentlichen Entführung durch einen Punk wird eine Fahrt zu dritt, die damit endet, dass sie nun „Lore“ heißt. Manchmal kommen die Dinge anders, als man befürchtet.


Endzeit
Von Olivia Vieweg
288 Seiten, 22,00 EUR, Carlsen Comic Verlag, ab 13 Jahren

Weimar, umgeben von einem Schutzzaun. Zum ersten Mal wird Vivian, die in einem Heim für psychisch Kranke lebt, eingeteilt, den Zaun zu reparieren. Dort trifft sie auf Eva und erlebt, wie ein Zombie versucht, in die Stadt einzudringen. Ein anderes Mädchen, von einem Zombie verletzt und infiziert, muss sterben. Eva hält ihre Verletzung geheim und will nach Jena, wo man ein Medikament entwickelt haben soll. Auf dem Weg begegnen sich Eva und Vivian ein zweites Mal und werden Freunde. Eine dystopische Zombie-Graphic Novel vom Feinsten, die zeigt, wie die Vergangenheit das Jetzt bestimmt, aber auch dass Achtsamkeit und Menschlichkeit gute Voraussetzungen für das Überleben sind.


Wie Tortot sein Fischherz verlor
Von Benny Lindelauf und Ludwig Volbeda (Illustration)
Aus dem Niederländischen von Bettina Bach
236 Seiten, 24,00 EUR, Verlagshaus Jacoby & Stuart, ab 13 Jahren

Ein Feldkoch, der von sich selber sagt, er habe ein „eiskaltes und berechnendes Herz“. Ein Junge ohne Unterleib, der in einer Tonne steckt, auf der Suche nach seinen Brüdern. Die beiden begegnen sich auf dem Schlachtfeld des „Großen Krieges“ und werden Freunde fürs Leben. Ein außergewöhnliches Buch mit Anekdoten und Erinnerungen, jeder Menge Nebenfiguren, über Söhne und Mütter und den Wahnsinn des Krieges. Ein berührender Schelmenroman ausgestattet mit feinsten filigranen Schwarz-Weiß-Zeichnungen.

Nicht weg und nicht da
Von Anne Freytag
480 Seiten, 16,00 EUR, Heyne fliegt, ab 14 Jahren

Luise muss den Tod ihres Bruders verarbeiten, das macht sie auf ihre Weise: Sie zieht eine Mauer zwischen sich und die anderen. Auch als Jacob auftaucht, ändert sich das nicht. Plötzlich jedoch, an ihrem 16. Geburtstag, erhält Luise eine Mail von ihrem toten Bruder. Und das wird nicht die letzte sein. Ein spannender und berührender Roman über Trauer und Verlust und über die Erkenntnis, dass es Wege gibt, das Leben zu meistern.

Schlaraffenbauch
Gedichte
Von Michael Hammerschmid und Rotraut Susanne Berner (Illustration)
32 Seiten, 18,00 EUR, Edition Büchergilde Die Tollen Hefte Bd. 49, für alle

„gib mir einen auftrag – und ich dichte ihn dir – schlaraffenbauch“ – so beginnt das titelgebende Gedicht, in dem es um schönste Vorstellungen, Bilder und Wortschöpfungen geht. Andere Gedichte erzählen vom Wünschen und Denken, vom Kranksein und Warten, vom Ewig-Gleichen und von Monstern. Frei assoziiert, ungereimt, ohne Interpunktion fließen die Worte und formieren sich zum Gedicht. Ebenso frei assoziiert Rotraut Susanne Berner in ihren Buntstiftillustrationen, in denen Größenverhältnisse sich umkehren und Menschen auch mal auf dem Kopf stehen.


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