Bericht

Macht Lesen Spaß? Lesen macht Spaß!

14.04.2010

Broschüre des Hessischen Kultusministeriums für Eltern




Titelseite der Broschüre
Titelseite der Broschüre
© Hessisches Kultusministerium
Zur Unterstützung der Zusammenarbeit mit Eltern, die als Partner im Leselernprozess möglichst schon vor der Schule bzw. während des ersten Schuljahres einbezogen werden sollten, hat das Hessische Kultusministerium die Broschüre „Macht Lesen Spaß? Lesen macht Spaß!“ veröffentlicht. Sie macht Eltern auf die Bedeutung des Lesenlernens aufmerksam, ermöglicht Einblicke in den Leselernprozess der Kinder und zeigt Eltern, wie sie ihre Kinder dabei begleiten und unterstützen können. Die Broschüre steht auf der Internetseite des Hessischen Kultusministeriums zum kostenlosen Download zur Verfügung. Wir veröffentlichen nachfolgend zwei Kapitel daraus.


Eltern sind wichtige Partner beim Lesenlernen
Gerade für Grundschulkinder sind Eltern unerlässliche Partner für das Lesenlernen. Mancher Schritt wird schwerfallen. Dann ist es gut, wenn Ihr Kind auf Ihre Unterstützung zählen kann. Hier einige Hinweise, was Kindern das Lesenlernen leicht macht:

Sprechen ist der Schlüssel zum Lesen
Ihr Kind profitiert davon, wenn Sie viel mit ihm sprechen.
Anlässe zum Sprechen ergeben sich, wenn Ihr Kind die Welt um sich herum erfährt und über diese Erfahrungen mit Ihnen spricht. Dazu gibt es viele Gelegenheiten, beispielsweise bei den Mahlzeiten, beim Gute-Nacht-Sagen oder bei gemeinsamen Unternehmungen, Spaziergängen und Ausflügen. Zu einem vielfältigen Wortschatz verhelfen Sie Ihrem Kind, wenn Sie viele verschiedene Bezeichnungen beispielsweise für gehen sammeln, wie hüpfen, schleichen, kriechen, und gemeinsam ausprobieren. Oder wenn Sie gemeinsam Dinge für die Gegensatzpaare rau und glatt oder nass und trocken finden.

Gedichte und Lieder geben Sprachgefühl
Ein gutes Sprachgefühl hilft Ihrem Kind beim Lesenlernen.
Ein Gefühl für den Aufbau von Sätzen und Wörtern kann Ihr Kind mit einfachen Hör- und Lauschübungen entwickeln. Wenn Sie mit Ihrem Kind Kinderreime lernen, rhythmisch klatschen, Reime vervollständigen und gemeinsam singen, schaffen Sie eine gute Grundlage dafür, dass Ihr Kind leichter lesen und schreiben lernt.

Geschriebenes eröffnet neue Welten
Je vertrauter Ihr Kind mit Büchern und Gedrucktem aller Art ist, desto größer wird seine Begeisterung beim Lesen- und Schreibenlernen sein.
Durch das Anschauen von Bilderbüchern und das Sprechen über Inhalte erweitert Ihr Kind seinen Wortschatz und sein Sprachvermögen. Es wird neugierig auf weitere Geschichten und Informationen, die es Büchern entlocken kann. Ihr Kind beobachtet Sie sicher, wenn Sie einen Einkaufszettel oder einen Brief schreiben, sich etwas notieren, die Zeitung oder ein Buch lesen. Es schließt daraus, dass Lesen und Schreiben zum Alltag gehören und wichtig sind.

Vorlesen weckt Neugier
Wecken Sie die Freude Ihres Kindes am Lesen durch Vorlesen.
Schön ist es für Ihr Kind, wenn es jeden Tag vorgelesen bekommt, vielleicht regelmäßig vor dem Schlafengehen. Dazu eignen sich auch Bilderbücher und Bücher mit vielen Illustrationen. Wenn Sie die Lieblingsgeschichten Ihres Kindes mehrmals vorlesen, gibt ihm das ein Gefühl von Geborgensein. Es kann nachfragen, um Zusammenhänge und unbekannte Wörter zu verstehen, kann spannende und schöne Stellen mehrmals genießen. Die Wahl des Buches ist natürlich wichtig. Sie kennen die Interessen Ihres Kindes am besten. Auch noch nach Schuleintritt freut sich Ihr Kind über gemeinsame Vorlesestunden - vielleicht kann es nach und nach das eine oder andere Wort schon selbst erlesen.

Das erste eigene Buch ist ein Schritt in die Selbstständigkeit
Die richtige Wahl der ersten Bücher begeistert für das Selbstlesen.
Die richtige Wahl der Bücher für Ihr Kind erleichtert ihm den Zugang zu zu Büchern. Hilfreich ist, wenn die Inhalte seinen besonderen Interessen entsprechen und die Illustrationen ihm gefallen. Der erste Eindruck entscheidet oft, ob ein Buch attraktiv ist oder nicht - nehmen Sie deshalb Ihr Kind zum Bücherkauf oder zur Buchausleihe mit und lassen Sie es bei der Auswahl mitentscheiden. Auf dem Umschlag vieler Kinderbücher finden Sie Hinweise darauf, für welches Alter sie geeignet sind. Bücher für Leseanfängerinnen und Leseanfänger haben eine große Schrift und eine klare Sprache, die den Lesefertigkeiten der Kinder entsprechen.

Tipp: Auf der Homepage des Projekts „Lesen macht Laune“ des Hessischen Kultusministeriums fiden Sie interessante Buchvorschläge für Kinder: www.klasse-buecher.de

Lesen macht Spaß

Ein besonderer Ort steigert das Lesevergnügen
Ein Ort, der Geborgenheit ausstrahlt, sorgt dafür, dass Ihr Kind mit dem Lesen und Vorlesen angenehme Gefühle verbindet.
Haben Sie früher auch mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen? Ziehen Sie sich heute zum Lesen an ein ruhiges Plätzchen zurück? Sie können Ihrem Kind helfen, solche Gewohnheiten zu entwickeln, indem Sie einen gemütlichen Platz zu Hause herrichten, an dem Sie vorlesen und wo sich Ihr Kind mit Büchern beschäftigen kann.

Lob tut gut und hilft weiter
Freuen Sie sich darüber, wenn ihr Kind offensichtlich wieder etwas gelernt hat - und zeigen Sie es ihm. Diese Wertschätzung ist sehr wichtig für sein weiteres Lernen.
Viele Kinder berichten gerne von ihren Erlebnissen in der Schule, zeigen ihre Hefte und Schulbücher. Ihr Kind freut sich, wenn es sich von Ihnen ernst genommen fühlt und die Aufgaben der Schule auch zu Hause auf ein offenes Ohr stoßen. Sie helfen Ihrem Kind, wenn Sie es für jeden Fortschritt loben - auch wenn er noch so klein ist.

Lehrkräfte kennen sich aus
Im persönlichen Gespräch mit der Lehrerin oder dem Lehrer Ihres Kindes können Sie sich über den Lernfortschritt Ihres Kindes informieren.
Beim regelmäßigen Kontakt mit der Lehrkraft erfahren Sie eine Menge Interessantes über den Leselernprozess Ihres Kindes, was Sie zu Hause nicht beobachten können. Von der Schule werden in der Regel Termine für die Elternsprechstunde angeboten. Wenn Sie einen festen Termin verabreden, kann sich die Lehrkraft Zeit für Sie nehmen und sich auf das Gespräch gut vorbereiten. Außerdem finden regelmäßig Elternabende statt, bei denen Informationen für alle Eltern gegeben werden.

Fernsehen und Computer gehören dazu
Mit Bedacht ausgewählte Fernsehsendungen und Computerspiele können den Wissensdrang Ihres Kindes wecken.
Fernsehen und Computerspielen sind heutzutage Teil der Freizeitbeschäftigung vieler Kinder. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen allerdings: Je mehr Zeit Kinder vor dem Fernseher sitzen, desto schwerer fällt es ihnen, gute Leistungen in der Schule zu erbringen. Deshalb ist es wichtig, dass die tägliche Fernseh- und Computerzeit beschränkt wird, Fernsehsendungen mit Sorgfalt ausgewählt werden, um anschließend gemeinsam mit dem Kind über das Gesehene zu sprechen.

Die meisten Kinder haben am Ende ihrer Grundschulzeit viel Freude am Lesen von Büchern. Den langen Weg vom ersten Interesse an Bildern und Buchstaben bis zum Verstehen von Texten können sie bis dahin gut bewältigen.

Gute Leserinnen und Leser nutzen Bücher nicht nur zur Wissenserweiterung. Wenn Lesen Spaß macht, dann vor allem auch deshalb, weil Kinder das Lesen selbst als Genuss, Erholung und Entspannung empfinden.

Wie aus Kindern Leserinnen und Leser werden, verdeutlichen eindrucksvoll die folgenden Beispiele aus einer vierten Klasse:

Isabella: „Lesen ist wie wenn man in eine andere Welt eintaucht und das Buch einen so fesselt, dass du nicht mehr davon loskommst. Manche Geschichten sind so spannend, dass man sich in das Buch hereinversetzt.“

Simon: „Wenn ich ein Buch richtig spannend finde, nehme ich es überall mit hin. Aufklappen - Lesen, immer wenn ich zeit habe. das ist total praktisch.“

Cora: „Zu Hause habe ich viele Bücher von Pferden und Ponys, Reiten ist nämlich mein Hobby. Am Anfang habe ich mir nur die Bilder angeguckt. Aber jetzt lese ich auch, was immer daneben steht.“

Freuen Sie sich darauf, gemeinsam mit Ihrem Kind die vielfältige Welt der Buchstaben zu entdecken!

Herausgeber:
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