Bericht

mec – Der medienpädagogische Erzieher/innenclub

13.01.2009

Modellprojekt in Rheinland-Pfalz


Praktische Medienarbeit mit Kindern bei der mec-Auftaktveranstaltung
Praktische Medienarbeit mit Kindern bei der mec-Auftaktveranstaltung
Der Kinderalltag ist heutzutage geprägt von einer Vielzahl von Medien: Computer, Fernsehen, Handy, Zeitschriften und Bücher. Damit Kinder sich hier gut zurechtfinden, ist es unverzichtbar, ihre Medienkompetenz zu stärken. Genau da setzt der „mec - Der medienpädagogische Erzieher/innenclub“ an. Dezentral und wohnortnah bietet er in Zusammenarbeit mit Fachberatungen und Weiterbildungsträgern zertifizierte Fortbildungsseminare für pädagogischen Fachkräfte in Rheinland-Pfalz an.

Auftaktveranstaltung am 17. November 2008 in Mainz
150 Erzieherinnen und Erzieher nahmen gemeinsam mit vielen anderen pädagogischen Fachkräften an der offiziellen Auftaktveranstaltung des „mec – Der medienpädagogische Erzieher/innenclub“ in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur teil. Katja Friedrich, die Geschäftsführerin von medien+bildung.com, und Sabine Bonewitz von der Stiftung Lesen stellten den Club als ein ein modernes Instrument zur Professionalisierung der medienpädagogischen Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern vor. 
„Mit der Einrichtung dieses Clubs wollen wir Kommunikationswege schaffen, die sowohl die Ansprache von außen, als auch den Austausch der Einrichtungen untereinander, erheblich erleichtern und gleichzeitig Materialien für die praktische medienpädagogische Arbeit zur Verfügung stellen", so Katja Friedrich.

Mit Unterstützung der Landesmedienanstalt des Landes Rheinland-Pfalz (LMK) führen medien+bildung.com und die Stiftung Lesen den „mec“ durch. Angebote zur Orientierung in einem unübersichtlichen Mediendschungel für pädagogisches Fachpersonal und alle an der Erziehung von Kindern und Jugendlichen Beteiligten sind wichtige Bestandteile eines umfassend verstandenen Jugendmedienschutzes. „Dieser gehört zu den Kernaufgaben der LMK. Darum unterstützen wir sehr gerne den Medienpädagogischen Erzieher/innenclub, der genau hier ansetzt“, erklärte LMK-Direktor Manfred Helmes.

Und Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen, betonte: „Mit seinen verschiedenen Modulen, zur Entwicklung von Medien-, Sprach- und Lesekompetenz, stellt der Erzieher/innenclub eine flankierende Maßnahme dar, um dem wachsenden Sprachverlust in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken“.

Zertifizierte Qualifizierungsmaßnahme
Anschaulich erläuterten die mec-Projektleiterinnen Birgid Dinges (medien+bildung.com) und Sigrid Strecker (Stiftung Lesen) wie das umfassende Fortbildungsangebot aussieht, das als zertifizierte Qualifizierungsmaßnahme vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium anerkannt wird. In mehr als 40 Seminaren zu 10 verschiedenen Themenkomplexen können die rheinland-pfälzischen Erzieherinnen und Erzieher im kommenden Jahr ihr medienpädagogisches Knowhow vertiefen und erweitern. Das Angebot reicht von Seminaren zum "Medieneinsatz im Kindergarten mit Kreativität und Spaß" über die "Förderung von Hören und Zuhören in der frühkindlichen Bildung" bis zu "Methoden zur medienpädagogischen Elternberatung".

Das ist ein Feld, das in der vorschulischen Erziehung immer mehr an Bedeutung gewinnt und auch im rheinland-pfälzischen Bildungsplan einen zentralen Stellenwert einnimmt. „Die Palette der medialen Möglichkeiten, mit denen Kinder heute groß werden, wächst stetig. Da müssen alle am Erziehungsprozess beteiligten – Eltern, ErzieherInnen und Lehrer – umfassende Kenntnisse haben, um den Kindern einen verantwortungsvollen und selbstbewussten Umgang mit diesen Medien zu vermitteln“, weiß Christina Noky-Weber vom Rheinland-Pfälzischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.

mec-Kooperationspartner ergänzen sich
Neben Medien wie Fernsehen, Spielkonsolen, Video, Computer oder Handy zählen dazu zweifelsohne auch (Bilder)Bücher und Zeitschriften. Die eigenen sich besonders, um Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu fördern. Ein Bilderbuch lädt zum Dialog ein, beim Vorlesen tauschen sich der Vorleser und der Zuhörer aktiv aus und sprechen über das, was im Buch passiert. Dieser Aspekt liegt besonders der Stiftung Lesen am Herzen, die seit 20 Jahren Leseförderung für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen betreibt.

Somit ergänzen sich die beiden mec-Kooperationspartner trefflich: der eine deckt den kreativen Umgang mit den audiovisuellen Medien ab und der andere richtet sein Augenmerk auf die Literacy-Erziehung der Kinder.

Ein Trickfilm und ein Gedicht zur mec-Eröffnung
Wie das in der Praxis aussieht, konnten die Besucher der mec-Tagung live miterleben: Acht Kinder der Konsultationskita Medien „Haus des Kindes“ aus Stadecken-Elsheim erstellten während der Tagung mit Unterstützung einer Erzieherin und zweier Referentinnen einen Trickfilm. Dieser wurde am Nachmittag allen Gästen vorgeführt und erntete viel Applaus. Ebenso das Gedicht, das sich die Kinder extra für die mec-Eröffnung ausgedacht hatten:

„Computer, Fernsehen, Medienwelt,
das ist es, was uns kids gefällt.

Doch wichtig ist’s, das zu verstehen
und RICHTIG damit umzugehn.

Der mec erklärt uns WIE und WAS,
er macht uns medienfit – und SPASS!!“

Informationen und Materialien
Der mec-Newsletter, der viermal im Jahr über aktuelle Themen der frühkindlichen Bildung informiert, und die Homepage www.mec-rlp.de, die viele Informationen zu den Themen Medienpädagogik und Medienerziehung vorhält, runden das Angebot ab. Alle rheinland-pfälzischen Erzieherinnen und Erzieher können kostenfrei Mitglied im mec werden und Materialien zur Literacy-Erziehung und zur Medienpädagogik erhalten.

Fortbildungsreihe startet mit einem Ausflug auf die Bücherinsel
Die Fortbildungsreihe beginnt am 3. Februar 2009 von 9.00 bis 17.00 Uhr im Mainzer Medienhaus, Wallstr. 11, 55122 Mainz mit einem Tagesseminar zum Thema „Ausflug auf die Bücherinsel – Das Bilderbuch als selbst gemachter Film“. Mit Kindern lesen, dichten, reimen und nacherzählen ist eine wichtige Methode der Spracherziehung. Wie dabei neue Medien sinnvoll eingesetzt werden können, vermittelt die Referentin Anke Rittereiser den Seminarteilnehmern, die am Ende eine CD mit einem selbst entwickelten filmischen Bilderbuch mitnehmen können.
Es sind noch wenige Plätze frei. Interessierte können sich im mec-Projektbüro anmelden. Anmeldeformulare stehen auf der mec-Website zum Download zur Verfügung.

Kontakt:
Heike Zschau
mec-Projektbüro
Tel.: (06131) 28890-18
E-Mail: heike.zschau@stiftunglesen.de


Redaktionskontakt: schuster@dipf.de