Bericht

„Lesen ist voll cool!"

26.10.2006

Erfolgreicher Lese-Projekt-Tag


Die Schüler freuen sich auf den
Die Schüler freuen sich auf den "Lesekuchen"
Die Alexander-von-Humboldt-Schule in Rüsselsheim hatte sich an einem Tag im September etwas ganz Besonderes ausgedacht: Sie veranstaltete einen Lese-Projekt-Tag, an dem es einen etwas „anderen Unterricht“ gab. Im Mittelpunkt stand die Freude am Lesen, und auf zahlreichen Veranstaltungen erfuhren die Kinder der fünften und sechsten Klassen sehr viel darüber.

Lesepaten im Einsatz
Die Schule hatte sechs Vorleser und Vorleserinnen eingeladen, die in der „Akademie der Generationen“ organisiert sind und die kleinen Gruppen und Klassen Jugendbücher aus ihrer Kindheit vorstellten. Da wurden „Prinz Eisenherz“ oder „Nesthäkchen“ wieder lebendig und die Kinder lauschten Erzählungen der deutschen Heldensagen. Dazu erzählten die Senioren und Seniorinnen einiges aus ihrer Jugendzeit, was die Kinder sehr spannend fanden.

Lesescouts in Aktion
In anderen Klassen waren zur gleichen Zeit zwei Gruppen von Lesescouts in Aktion. Im Rahmen der Initiative Lesescouts der Stiftung Lesen werden Kinder und Jugendliche ab der siebten Jahrgangsstufe in überregionalen Seminaren dazu ausgebildet, jüngeren Kindern Bücher spielerisch und interessant vorzustellen. Lesescouts können auch Klassen-Lese-Patenschaften übernehmen.
An dem Lese-Projekt-Tag an der Alexander-von-Humboldt-Schule in Rüsselsheim empfahlen Schülerinnen und Schüler aus der 9. Klasse ihre Lieblingsbücher den Kindern aus der 5. Klasse. Zwei Mädchen hatten „Matilda“ von Roald Dahl ausgewählt und ließen „Frau Knüppelkuh“ und „Matilda“ lebendig werden. Andere lasen aus „Hexen Hexen“, ebenfalls von Roald Dahl, und spielten dazu kurze Szenen vor. Und wieder andere stellten „Die Knickerbockerbande“ vor und spielten mit den Kindern dazu ein Ratespiel.
Die zweite Gruppe der Lesescouts verwandelte die Bücherei in ein Lesezimmer und ließ berühmte Figuren aus der Kinderliteratur erraten. Dies war besonders für die Kinder der sechsten Klassen interessant. Das hat einigen Schülern so gut gefallen, dass sie sofort danach fragten, ob sie auch Lesescouts werden könnten.

Zusätzlich waren in der Lernwerkstatt zwei Bücherquiz vorbereitet, die von den Schülerinnen und Schülern in Gruppen besucht werden konnten. In den Klassenräumen wurden Elfchen-Gedichte und Anagramme geschrieben, eigene Bücher vorgestellt, Gedichte illustriert, und es gab jede Menge Lesespiele und Anregungen rund um das Buch! Sogar „Lesekuchen“ wurden gebacken.
Die besten Ergebnisse werden zurzeit in der Schülerbücherei ausgestellt und die fleißigsten und leseeifrigsten Schüler wurden geehrt.

Erfolg des Lese-Projekt-Tages
Die Kinder der Alexander-von-Humboldt-Schule haben gesehen, dass Lesen eine interessante und durchaus lustige Sache ist, die auch von älteren Schülern gerne gemacht wird! Dass der Lese- Projekt-Tag sogar zur Steigerung ihrer Lesemotivation beitrug, zeigt die Ausleihe in der Schülerbücherei – sie ist seitdem viel stärker frequentiert. Wichtig für die Nachhaltigkeit eines solchen Tages ist es, die Motivation im Unterricht durch Lesehitparaden, Lesewettbewerbe, Buchvorstellungen und in der Textarbeit zum Erwerb einer höheren Lesekompetenz fortzuführen.

Den Lesescouts hat die ganze Aktion großen Spaß gemacht und es bleibt ihnen die wichtige Erkenntnis, dass sie eine Vermittlerrolle für die Lesemotivation spielen und somit eine wichtige Instanz im Schulleben darstellen. Alle Lesescouts wurden mit Zertifikaten belohnt und belobigt!

Und auch die teilnehmenden Senioren und Seniorinnen äußerten sich durchweg positiv über den Lese-Projekt-Tag. Sie waren erstaunt, wie aufmerksam die Kinder ihnen zugehört haben, obwohl sie aus einer anderen Zeit berichteten. „Lesescouts und Vorleser haben sich kennen- und schätzengelernt“, sagt Herr Chwalinski, ein Vorleser, und alle wollen nächstes Jahr wieder teilnehmen.

Auch die teilnehmenden Schüler/innen und Lehrer/innen wünschen sich eine Neuauflage: Der Lese-Projekt-Tag soll zu einer festen Institution in ihrem Schulleben werden.

Autor: Manfred Pöller


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