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Bericht

Deutschland im Schillerfieber

01.09.2005

Lesungen, Ausstellungen, Wettbewerbe: 2005 steht ganz im Zeichen Friedrich Schillers


Friedrich Schiller
Friedrich Schiller
Ob in Thüringen, in Baden-Württemberg, im Saarland oder in Hamburg – in ganz Deutschland wird dieses Jahr geschillert. Anlässlich des 200. Todestages des Dichterfürsten gibt es in allen Bundesländern zahlreiche Veranstaltungen, die sich mit dem Dichter und seinen Werken beschäftigen.

Als Johann Christoph Friedrich Schiller 1759 in Marbach am Neckar geboren, schrieb er schon als Jugendlicher das Drama „Die Räuber“. Schon bald folgten „Die Verschwörung des Fiesko von Genua“, „Don Carlos“ und „Kabale und Liebe“. Der Autor von „Wallensteins Tod“, „Maria Stuart“, „Die Jungfrau von Orleans“, „Willhelm Tell“ und vieler anderer Schriften wie Erzählungen, historische und philosophische Werke, Übersetzungen, Rezensionen, Balladen und Gedichte hat vor allem mit seinen Dramen noch heute gültige Werke geschaffen, die in Schulen gelesen und in Theatern aufgeführt werden. In seinen letzten Lebensjahren, die von schwerer Krankheit geprägt waren, verband ihn eine enge Freundschaft zu Johann Wolfgang von Goethe. Mit nur 46 Jahren starb Friedrich Schiller am 9. Mai 1805 in Weimar.

Schiller zu Ehren richtet seine Wahlheimat Thüringen das ganze Jahr über vielfältige Veranstaltungen, Aufführungen und Lesungen aus. Ein besonderes Ereignis ist die Ausstellung „Die Wahrheit hält Gericht – Schillers Helden Heute“, die vom 9. Mai bis 10. Oktober 2005 im Schillermuseum Weimar zu sehen ist und sich anhand einiger seiner Dramen mit der Aktualität von Schillers Positionen und Konfliktbeschreibungen auseinandersetzt. Ein Rahmenprogramm mit Autoren, Literaturwissenschaftlern und Regisseuren ergänzt die Ausstellung.

Auch Schillers Geburtsstadt Marbach lockt mit einem abwechslungsreichen Programm viele Besucher an. Im Rahmen der 22. Baden-Württembergischen Literaturtage, die vom 7. Oktober bis 12. November 2005 in Marbach stattfinden, werden in den Tagen rund um Schillers Geburtstag am 10. November viele Aktionen ausgerichtet, die sich ausschließlich dem Dichter widmen.

Das Saarland schillert mit einem Wettstreit für Schulen, den das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft im Schuljahr 2005/06 durchführt. Schüler und Schülergruppen aller saarländischen Schulen, die sich bis Ende September anmelden, können teilnehmen. Sie haben die Möglichkeit, Schillerballaden zu lesen, zu rezitieren, in Szene zu setzen oder als Theaterstück zu präsentieren.

Ein weiterer Höhepunkt im Saarland ist die öffentliche Lesung „Schiller von zehn bis zehn“. Alle Bürgerinnen und Bürger sind am 4. September dazu aufgerufen, sich mit einer beliebigen Präsentation aus dem Gesamtwerk des Dichters zu beteiligen. Die Lesung findet im Rahmen des Kulturmeilenfestes in Saarbrücken statt. Über den Tag verteilt, lesen bzw. rezitieren auch saarländische Prominente und Schauspieler ihren „Lieblingsschiller“ auf der Bühne der „Schiller-Werk-Statt“.

Auch in Hamburg werden lese- und schreibfreudige Schülerinnen und Schüler aufgefordert, sich der Schiller-Herausforderung zu stellen und an einem kreativen Schreibwettbewerb teilzunehmen. Unter dem Motto „Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort“ organisiert das Amt für Bildung den Wettbewerb, bei dem alle Hamburger Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 13 mitmachen können. Eingesendet werden können Textformen vom Gedicht bis zum Essay über Kunst, Literatur und Philosophie. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2005. Zu gewinnen gibt es Geldpreise und viele Bücher.

Und last but not least hat das Nachhilfe-Institut STUDIENKREIS, Mitglied der Stiftung Lesen, einen Sonderband mit fünf bedeutenden Schiller-Dramen herausgegeben, der sich vor allem an Schüler wendet. Zusätzlich erhalten Lehrkräfte Unterrichtsmaterial. Mit diesem Angebot sollen Schulen die Chance erhalten, das Schillerjahr für eine intensive Auseinandersetzung mit den Originaltexten zu nutzen.

Und wer glaubt, das war alles, hat sich getäuscht. Auf der Internetseite „Freiheit! Schillerjahr 2005“ findet jeder, der Lust hat, sich an einer Schilleraktion zu beteiligen, die für ihn genau richtige in seiner Region.

Autorin: Petra Schraml


Redaktionskontakt: schraml@digitale-zeiten.de