Leseempfehlung

Der Gesprächstisch in Kindertagesstätten

18.11.2019

Broschüre der Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS)




© BiSS-Trägerkonsortium
© BiSS-Trägerkonsortium
Viele Kinder schätzen es sehr, wenn sich eine erwachsene Person Zeit für ein Gespräch mit ihnen nimmt und ihnen die Gelegenheit gibt, über Dinge zu sprechen, die sie beschäftigen. Wie solche Gespräche von pädagogischen Fachkräften genutzt werden können, um Kinder sprachbildend zu fördern, wird in der Broschüre „Hier könnt ihr über alles sprechen. Der Gesprächstisch in Kindertagesstätten“ beschrieben. Der Gesprächstisch bietet Kindern einen geschützten Rahmen für den Austausch über Themen, die sie bewegen. Für pädagogische Fachkräfte eröffnen kleine Gesprächsrunden die Möglichkeit, Kinder bei der Meisterung herausfordernder Sprachhandlungen zu unterstützen.
Die 12-seitige Broschüre erschien im Rahmen der gemeinsamen Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Konferenz der Jugend- und Familienminister (JFMK) der Länder zur Verbesserung der Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung.
Die Broschüre steht auf der Website der Initiative zum Download zur Verfügung:
www.biss-sprachbildung.de

Herausfordernde Sprachhandlungen meistern
Am Beispiel des Erzählens erläutert Peter Weber im einführenden Artikel, welche sprachlichen Mittel Kinder beherrschen müssen, um herausfordernde Sprachhandlungen realisieren zu können. Der Autor betont, wie wichtig die Unterstützung durch eine erwachsene Zuhörerin oder einen erwachsenen Zuhörer ist und beschreibt Möglichkeiten, die kindliche Erzählfertigkeit zu fördern.

Gemeinsam Gedankenfäden spinnen
Was ein Gesprächstisch ist, wie er vorbereitet und durchgeführt wird und welche Rolle die Fachkraft einnehmen sollte, beschreiben Claudia Neugebauer und Dieter Isler. Für den Fall, dass Kinder am Gesprächstisch teilnehmen, die das Deutsche noch nicht ausreichend beherrschen oder die aus anderen Gründen sprachliche Schwierigkeiten haben, empfehlen sie, Verstehenslücken im Gesprächsverlauf zu schließen, indem z.B. kurz ein Bild oder ein Gegenstand gezeigt wird oder mit einer Geste geklärt wird, worum es geht.

Experteninterview mit Ursula Flammer
Die Schweizerin Ursula Flammer hat das Konzept der Gesprächsrunde entwickelt. Impulsgebend war die Erfahrung, dass im Alltag oft wenig Zeit für Gespräche bleibt. Im Interview berichtet Frau Flammer, dass die Gesprächsrunde in ihrem Kindergarten einen festen Platz im Wochenplan einnimmt und bewusst kultiviert wird. So können gelegentlich auch Kinder, die mit dem Ablauf, den Regeln und der Aufgabe der Gesprächsführung bereits vertraut sind, die Gesprächsführung übernehmen. Frau Flammer hat beobachtet, dass insbesondere zurückhaltende Kinder den intimen Rahmen der Gesprächsrunde schätzen und nutzen, um sich im kleinen Rahmen mitzuteilen. Sie erleben, dass ihre Beiträge von Interesse sind und diese Erfahrung stärke ihr Selbstwertgefühl und helfe ihnen dabei, sich auch in der großen Gruppe sicherer und öfter mitzuteilen, so die Expertin. Wie die Erfahrungen aus dem Schweizer Kindergarten belegen, ist die Gesprächsrunde ein Angebot, das von Kindern gern angenommen wird.

Broschüre
BiSS-Trägerkonsortium (Hrsg.). (2019).
Hier könnt ihr über alles sprechen. Der Gesprächstisch in Kindertagesstätten
Köln: Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache.
DOI: 10.3278/6004689w
Download: www.biss-sprachbildung.de

Kontakt:
BiSS-Trägerkonsortium
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Universität zu Köln
Triforum, Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln
E-Mail: kontakt@biss-sprachbildung.de
Tel.: (0221) 470-2041
www.biss-sprachbildung.de
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