Meldung

52. Welttag der Alphabetisierung

07.09.2018

„Wir brauchen gut ausgebildete Grundschullehrkräfte“




Grundschullehrerin und Schülerin
Grundschullehrerin und Schülerin
© Trägerkonsortium BiSS, J. Ouwerkerk
Seit 1966 erinnert die UNESCO alljährlich am 8. September an die Bedeutung der Alphabetisierung.
Im Vorfeld des 52. Welttages der Alphabetisierung erklärte Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln:
„Wir leben in einer Welt, in der Informationen in Texten gespeichert sind. Nur wer lesen und schreiben kann, hat Zugang zu diesem Wissen, kann an der Gesellschaft teilhaben und ein selbstbestimmtes Leben führen. Die Grundlage dafür wird im Kindesalter gelegt. Insbesondere der Grundschule kommt eine zentrale Rolle bei der Vermittlung des Lesens und Schreibens zu. Dennoch verlässt rund ein Fünftel der Kinder die Grundschule ohne ausreichende Lese- und Schreibkompetenzen: Laut Internationaler Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) verfehlen 18,9 Prozent den Mindeststandard im Lesen. Dem IQB-Bildungstrend zufolge sind es bei der Rechtschreibung sogar 22 Prozent der Viertklässler. Um diese Schüler müssen wir uns verstärkt kümmern. Eine der wichtigsten Stellschrauben ist die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Sie müssen wissen, wie Kinder Lesen und Schreiben lernen, wie sie Förderbedarf diagnostizieren und Schüler fördern und begleiten können. Dazu liegen in der Forschung bereits zahlreiche Erkenntnisse vor. Auch in Zeiten des Lehrermangels ist es von immenser Bedeutung, dass alle Lehrkräfte in der Grundschule für sprachliche Bildung qualifiziert sind. Nur so kann es gelingen, den Anteil der Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, dauerhaft zu senken.“

BiSS unterstützt Fortbildung und Weiterqualifizierung
Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, inwiefern die in den Bundesländern eingeführten Angebote zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung für Kinder und Jugendliche (effizient) wirken und entwickeln diese weiter. BiSS unterstützt zudem die erforderliche Fortbildung und Weiterqualifizierung der teilnehmenden Erzieherinnen und Erzieher sowie der Lehrkräfte. Das Programm trägt auf verschiedene Weise dazu bei, die Sprach- und Leseförderung in Bildungseinrichtungen zu fördern und zu professionalisieren.
Weitere Informationen: www.biss-sprachbildung.de

Kontakt:
Anna Kleiner, Kommunikation
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Universität zu Köln
Tel.: (0221) 470 7700
E-Mail: anna.kleiner@mercator.uni-koeln.de
www.mercator-institut-sprachfoerderung.de
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de