Meldung

Berliner Fachbrief: Grundlagen des Schriftspracherwerbs

22.06.2018

Das A und O beim Lesen- und Schreibenlernen




Grafik auf der Titelseite des Fachbriefs
Grafik auf der Titelseite des Fachbriefs
© Senatsv. für Bildung, Jugend u. Familie
Wie erlernen Kinder am besten das Lesen und Schreiben? Welche Möglichkeiten und Grenzen haben die verschiedenen Modelle des Schriftspracherwerbs und weshalb ist eine genaue Beobachtung der Lernentwicklung wichtig? Im neuen Fachbrief der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie wurden die neuesten Erkenntnisse über die Didaktik des Schriftspracherwerbs mit vielen nützlichen Praxistipps auf wenigen Seiten zusammengefasst. Gemeinsam mit Prof. Dr. Jörg Ramseger, Bildungsforscher an der Freien Universität Berlin, stellte Bildungssenatorin Sandra Scheeres den Fachbrief am 30. Mai 2018 vor. Anlass waren die in der öffentlichen Diskussion kritisch hinterfragten und teilweise umstrittenen Methoden des Schriftspracherwerbs, die Klarstellungen und Erläuterungen bedurften.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres: „Es ist wichtig, dass Kinder von Anfang an auf die deutsche Orthografie hingewiesen werden. So entsteht kein Widerspruch zu den Regeln, nach denen Kinder in der Schulanfangsphase das Schreiben und damit Rechtschreibsicherheit erwerben. Beim Lesen- und Schreibenlernen haben die Qualität des Unterrichts und die fachlich-didaktische Kompetenz der einzelnen Lehrkraft entscheidenden Einfluss auf die Lernergebnisse der Kinder. Dieser Fachbrief ist deshalb eine gute Ergänzung zu den Handreichungen des LISUM und den Fortbildungsangeboten zum Unterricht in der Schulanfangsphase. Der Fachbrief ist durchaus auch für Eltern geeignet, die sich erkundigen möchten, was der didaktisch neueste Forschungsstand ist.“

Prof. Dr. Jörg Ramseger: „Die Einführung der Kinder in die Welt der Schrift ist nicht nur eine der ältesten und eine der schönsten Aufgaben von Lehrkräften, sondern vielleicht auch die anspruchsvollste überhaupt. Sie setzt nicht nur eine besondere Empathie und Sensibilität für die Entwicklung vieler kleiner Individuen mit ganz unterschiedlichen Familiensprachen und unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen voraus; sie erfordert auch ein umfassendes Wissen vom Aufbau und den Entwicklungsgesetzen der Aneignung der Schriftsprache sowie ein fundiertes fachdidaktisches Wissen. Der neue Fachbrief fasst in klarer Form den ,State of the Art‘ der Didaktik des Schriftspracherwerbs mit vielen nützlichen Praxistipps auf wenigen Seiten zusammen. Das ist nicht nur ein überaus nützlicher Auffrischkurs für alle, die schon länger in der Grundschule unterrichten, sondern auch eine wunderbare Starthilfe für all jene, die noch ganz am Anfang ihrer Laufbahn als Lehrkraft stehen.“

Der Fachbrief nimmt unmissverständlich darauf Bezug, dass es für den Aufbau von solider Rechtschreibkompetenz unverzichtbar ist, die alphabetische Schreibweise mit orthografischen Strategien zu ergänzen. Dafür benötigt jedes Kind gezielte, individuelle Lernangebote. Selbstverständlich ist der Rechtschreiblernprozess nicht mit dem Verlassen der Schulanfangsphase abgeschlossen, sondern wird mit erweitertem Grundwortschatz im weiteren Unterricht der Grundschule und darüber hinaus fortgeführt. Mit den vorherigen Rahmenlehrplänen wie mit dem seit diesem Schuljahr gültigen Rahmenlehrplan 1-10 war und ist sichergestellt, dass der Unterricht im Kompetenzbereich „Schreiben – Texte verfassen/Rechtschreiben“ in der Berliner Grundschule auf die „Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Primarbereich“ (Kultusministerkonferenz 2004) ausgerichtet erfolgt.

Der neue Fachbrief steht auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg zum Download zur Verfügung: www.bildungsserver.berlin-brandenburg.de


Kontakt:
Beate Stoffers
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Bernhard-Weiß-Str. 6
10178 Berlin
Tel.: (030) 90227-5050
E-Mail: post@senbjf.berlin.de
www.berlin.de/sen/bjf/
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de