Bericht

Frankfurt, Hamburg und Osnabrück schreiben!

11.02.2015

Der große Diktatwettbewerb geht in die vierte Runde




© Stiftung Polytechnische Gesellschaft
© Stiftung Polytechnische Gesellschaft
Der Diktatwettbewerb „Frankfurt schreibt!“, der sportlich, heiter und lehrreich darauf hinweist, wie wichtig richtiges Schreiben ist, zieht in seinem vierten Jahr nicht nur Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Frankfurt am Main und Hessen in seinen Bann, sondern erstmals auch aus Hamburg und Osnabrück sowie aus einer Schule in Bayern.

Sie alle müssen sich rechtschreibhürdenreichen Sätzen wie diesen stellen: „Er hatte x-mal hin und her überlegt, welcher Beruf der richtige sein könnte. Während sich die halbgebildeten Loser seiner Klasse über trashiges Reality-TV die Köpfe heißredeten, wobei es ihm angst und bange wurde, hatte er über höhere Mathematik nachgedacht, über brillante Algorithmen, Arithmogriphen, das Gauß-Newton-Verfahren und Billiarden von y-Achsen.“

„Die Diktate werden knifflig und voll von orthografischen Fallen, sprachlichen Schwierigkeiten und Wortschatzkuriosa sein“, verspricht der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Dr. Roland Kaehlbrandt. „Ein besonderer Stellenwert kommt dabei der Groß- und Kleinschreibung sowie der Getrennt- und Zusammenschreibung zu, die vielen besondere Probleme bereiten.“ Ein Diktattext wird rund 240 Wörter und 1.500 Zeichen umfassen. Im Schnitt wird jedes fünfte Wort eine sprachliche Hürde aufweisen.

Der große Diktatwettbewerb gliedert sich in zwei Teile und startet am 26. Februar. Dann heißt es gleichzeitig in Frankfurt, Hamburg und Osnabrück: „Handy aus, Hefte raus, wir schreiben ein Diktat!“ Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie namhafte Bürgerinnen und Bürger der jeweiligen Städte greifen dann zu Filzstift und Papier. „In der Frankfurter Schillerschule werden zum Beispiel 195 Teilnehmer – 36 Eltern, 32 Lehrer und 127 Schüler – aus 15 Frankfurter Schulen erwartet“, erklärt Wettbewerbsleiter Oliver Beddies. Wenn am Ende der Vorentscheide die regionalen Rechtschreib-Champions 2015 feststehen, erhalten die besten drei jeder Kategorie (Schüler, Lehrer, Eltern) attraktive Preise und qualifizieren sich für den zweiten Teil des Wettbewerbs. Dieser findet unter dem Titel „Frankfurt schreibt! – Die Herausforderer“ am 5. Mai im Goethe-Gymnasium statt. „Die Regionalsieger treffen dann auf Oberstufenteams aus ganz Hessen und erstmals auch aus einer Schule in Bayern. Am Ende wird der überregionale Rechtschreib-Meister 2015 gekürt“, so Beddies.

Für die Vorbereitung auf die Wettbewerbstage gab es in diesem Jahr zahlreiche Neuerungen: „An einigen Schulen, auch bei uns, wurden erstmals interne Schulvorentscheide organisiert“, berichtet die Leiterin der Schillerschule, Karin Hechler. „So konnte schon einmal im Vorfeld Wettbewerbsluft geschnuppert werden!“ Des Weiteren gab es Fortbildungen und einen Projektleitfaden für Lehrkräfte sowie einen gemeinsamen Trainingssamstag für die teilnehmenden Schulen. Schließlich bietet die erneut erweiterte Website einen Überblick über die Aktivitäten an allen Orten. „Der Diktatwettbewerb beweist, dass man dem Thema Rechtschreibung mit Freude und Neugier begegnen kann“, bilanziert Karin Hechler. „Er hat an unserer Schule zu einer ganz neuen Rechtschreibbegeisterung geführt – es hat sich sogar eine Rechtschreib-AG gegründet!“

Hamburg schreibt!
In Hamburg wird der Wettbewerb durch die Joachim Herz Stiftung, die Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung, den ZEITverlag und den Dudenverlag ermöglicht. „Bildung als Gemeinschaftsaufgabe aller Beteiligten zu begreifen ist einer unserer Grundgedanken in der Joachim Herz Stiftung. Der Wettbewerb bezieht Eltern und Lehrer mit ein, darüber hinaus steht er allen Interessierten offen“, so Andrea Pauline Martin, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Außerdem schaffe der Wettbewerb auch Anreize für Menschen mit Migrationshintergrund, sich mit der deutschen Sprache auseinanderzusetzen – „ein bedeutender Mehrwert, da die Mehrsprachigkeit in vielen Stadtteilen Hamburgs derzeit zu einer der größten Herausforderungen im Bildungsbereich gehört“, so Frau Martin.

Osnabrück schreibt!
In Osnabrück ist die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung federführend. Ihr Geschäftsführer, Michael Prior, sagte: „Die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung hat mit vielen Projekten in der Region Osnabrück die Kernkompetenzen für eine gelingende Bildungsbiographie bei Kindern und Jugendlichen gestärkt. Dazu gehört auch das Schreiben. Der große Diktatwettbewerb setzt allerdings nicht bei möglichen Defiziten an, sondern vermittelt primär Spaß an der deutschen Sprache. Dieser Ansatz hat uns als Stiftung überzeugt.“

Der große Diktatwettbewerb und seine Partner
„Frankfurt schreibt! – Die Herausforderer“ ist ein Projekt der Stiftung Polytechnische Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Kultusministerium, dem Landesschulamt/Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Hessischen Rundfunk (hr2-kultur) und dem Dudenverlag.
„Frankfurt schreibt! – Die Herausforderer“ gestaltet die Stiftung gemeinsam mit dem Hessischen Kultusministerium, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Hessischen Rundfunk (hr2-kultur) und dem Dudenverlag; gefördert wird das Projekt von der UBS Deutschland AG und der Fazit-Stiftung.

Statements der Projektpartner
„Die Förderung der deutschen Sprache ist uns ein besonderes Anliegen. Eine gut ausgebildete Sprachkompetenz gibt Sicherheit im Auftreten, öffnet Türen zu Gesprächspartnern, ermöglicht Teilhabe, Selbstbestimmung und Mitwirkung. Das persönliche Sprachvermögen ist die erste Visitenkarte im täglichen Umgang und ist in gewisser Weise ein Selbstporträt.
Gerne unterstützen wir Initiativen, die auf ansprechende, herausfordernde und kreative Weise die Sprachfähigkeit verbessern und Schülerinnen und Schüler gleichermaßen wie Erwachsene anspornen, die deutsche Rechtschreibung spielend zu beherrschen.“
Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, Hessischer Kultusminister

„Formal korrektes Schreiben ist wichtig in unserer Gesellschaft. Schülerinnen und Schülern wird das spätestens mit dem Eintritt in die gymnasiale Oberstufe bewusst, wenn die formal korrekte Schreibweise erstmals Eingang in die Bewertung aller Fächer findet. Das ist der Zeitpunkt, an dem sich bei uns im Staatlichen Schulamt Frankfurt am Main, analog zu allen anderen Schulämtern Hessens und anderen Schulaufsichtsbehörden Deutschlands, die Anträge auf Anerkennung einer Lese-Rechtschreib-Schwäche häufen. Allerdings sehen die Curricula für die gymnasiale Oberstufe das Behandeln von Rechtschreib- und Grammatikregeln nicht mehr vor, dieser Prozess sollte mit der Mittelstufe abgeschlossen sein.
In diese Lücke stößt der Wettbewerb Frankfurt schreibt!. Nach den Regeln eines sportlichen Wettkampfes, bei dem alle in einem Boot sitzen, stellen sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern sowie prominente Persönlichkeiten aus der Stadt Frankfurt gemeinsam, Schulter an Schulter sozusagen, diesem Wettbewerb, bei dem es völlig klar ist, dass es keinem der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelingen wird, fehlerfrei zu bleiben. Fehler machen ist also ausdrücklich erlaubt, trotzdem bleibt das sportliche Ziel, die Anzahl der Fehler möglichst gering zu halten.
Dieses sehr überzeugende Konzept, das die Stiftung Polytechnische Gesellschaft zusammen mit anderen Kooperationspartnern entwickelt hat, wurde vom Staatlichen Schulamt in Frankfurt am Main von Anfang an unterstützt. Besonders spannend ist die Ausweitung des Wettbewerbs, der zunächst rein auf Frankfurt bezogen war.“
Marion Weßling-Bagel, Leitende Schulamtsdirektorin Staatliches Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main

„Unser gesellschaftliches Miteinander baut auf der Fähigkeit aller auf, sich mündlich und schriftlich richtig auszudrücken, Gesagtes und Geschriebenes zu verstehen. Demokratie lebt daher von der gerechten Teilhabe am Reichtum und den vielfältigen Möglichkeiten der deutschen Sprache. Dass der Umgang mit diesen Möglichkeiten – und Tücken – der Sprache Spaß machen und zugleich lehrreich sein kann, das zeigt der spielerische Wettbewerb Frankfurt schreibt!. Sprachförderung muss zwar richtiges, gutes Deutsch vermitteln, sie kann aber mehr: für das Abenteuer deutsche Sprache begeistern.“
Dr. Bernd Busch, Generalsekretär, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

„Es geht nicht um blutleere Regeln, es geht um Chancen. Junge Leute, deren Bewerbungsschreiben voller Fehler stecken, machen es sich unnötig schwer. Handwerker, die kein fehlerfreies Angebot aufsetzen können, schaden sich selbst. Und wer beruflich „was mit Medien“ vorhat, darf erst recht keinen Rechtschreibmurks abliefern. Kurzum: Wer korrekt schreibt, hat mehr vom Leben.“
Werner D’Inka, Herausgeber, Frankfurter Allgemeine Zeitung

„hr2-kultur ist von Anfang an dabei, weil richtiges Schreiben auch für das Radio eine wichtige Voraussetzung ist, um korrekt zu sprechen. Außerdem machen unseren Hörern die Sendungen über den Wettbewerb Spaß – unterhalten werden und dabei noch etwas lernen, das ist eine wunderbare Kombination!“
Hans Sarkowicz, Ressortleiter Kultur und Bildung, hr2-kultur, Geschäftsführer, hr-media

„Sprache ist eine unserer wichtigsten Kulturtechniken. Ein sicherer und korrekter Umgang mit der deutschen Sprache ist in unserer Gesellschaft ein Erfolgsfaktor für Jung und Alt – und bleibt gerade angesichts der neuen Medien ein wichtiges Bildungsziel. Wie viel Spaß es machen kann, ein Diktat unter sportlichen Rahmenbedingungen zu schreiben, zeigt der Diktatwettbewerb. Wir freuen uns, dieses Projekt zu unterstützen.“
Dr. Nicole Weiffen, Leiterin Presse und Unternehmenskommunikation Dudenverlag

„Die FAZIT-Stiftung unterstützt Projekte, die der Erziehung und der Volksbildung dienen. Die Sprachkultur zu pflegen und zu fördern ist ihr deshalb ein wichtiges Anliegen. Frankfurt schreibt! trägt dazu auf zeitgemäße Weise bei. Der Diktatwettbewerb hat, von Frankfurt ausgehend, immer weitere Kreise gezogen und erreicht Schulen in Hessen und in Frankfurts Partnerstädten. Das zeigt, dass das Konzept überzeugt.“
Michael Spankus, Geschäftsführer, FAZIT-Stiftung

„Bildung sowie Förderung von Kindern und Jugendlichen ist UBS traditionell ein großes Anliegen. Das Projekt Frankfurt schreibt!, das Sprachkompetenz und Rechtschreibung in spielerischer Weise fördert, verkörpert in idealtypischer Weise diesen Anspruch. Der richtige Umgang mit der deutschen Sprache sowie die Beherrschung der Orthografie sind unerlässliches Rüstzeug fürs Leben und der Türöffner für jede Art von Berufsausbildung oder Studium.“
Dr. Martin Deckert, COO und Mitglied des Vorstands UBS Deutschland AG



Kontakt:

Frankfurt schreibt!
Oliver Beddies
Projektleiter Bildung
Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main
Untermainanlage 5
60329 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 789889–23
E-Mail: beddies@sptg.de
Internet: www.frankfurt-schreibt.de

Hamburg schreibt!
Mirko Zapp
Bereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Joachim Herz Stiftung
Tel.: (040) 533295–46
E-Mail: mzapp@joachim-herz-stiftung.de

Osnabrück schreibt!
Michael Prior
Geschäftsführer
Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung
Tel.: (0541) 982617–20
E-Mail: prior@bohnenkamp-stiftung.de
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de