Meldung

Ein Roman in einfacher Sprache

27.12.2013

„Tschick“ für ungeübte Leserinnen und Leser




© Spaß am Lesen Verlag
© Spaß am Lesen Verlag
Im Jahr 2011 wurde das Jugendbuch „Tschick“ mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Die Jury lobte den Autor Wolfgang Herrndorf für seine scharfe Beobachtungsgabe, sein Faible für skurrile Situationen sowie sein feines Gespür für jugendrelevante Themen. Mit seiner tragisch-komischen Geschichte über die jungen Ausreißer Maik und Tschick, die mit einem gestohlenen Lada kreuz und quer durch Deutschland irren, um die Walachei zu finden, begeisterte Herrndorf nicht nur jugendliche Leserinnen und Leser. Wolfgang Herrndorf, der im August 2013 verstarb, hatte sich noch kurz vor seinem Tod persönlich dafür eingesetzt, dass sein Roman auch in einer gekürzten und sprachlich vereinfachten Fassung, die auch ungeübten Leserinnen und Lesern einen Zugang zu seiner Geschichte ermöglicht, veröffentlicht wird. Im Dezember 2013 ist nun „Tschick“ als Ausgabe in einfacher Sprache im „Spaß am Lesen Verlag“ erschienen. Die Übertragung in einfaches Deutsch übernahm Andreas Lindemann. Lesen Sie im Folgenden einen Auszug aus dem ersten Kapitel des Romans.

Tschick

Hi! Ich bin Maik. Maik Klingenberg. Ich bin 14 und
wohne in Berlin. Da geh ich auf ein Gymnasium,
in die achte Klasse. Ich bin ganz gut in der Schule.
Besonders in Deutsch, Sport und Kunst. In Mathe
nicht so.

Nach den Osterferien brachte unser
Geschichtslehrer einen neuen Schüler in die
Klasse. Unser Geschichtslehrer hieß Wagenbach.
Wagenbach war ein guter Lehrer. Nicht so dumm
wie die meisten anderen. Aber Wagenbach war
auch ein echt strenges Arschloch. Da redete man
lieber nicht, da machte man besser keinen Scheiß.

Der neue Schüler hieß Tschick. Tschick kam aus
Russland und lebte seit vier Jahren in Deutschland.
Er wohnte in einem dieser hässlichen Hochhäuser.
Weil er arm war. Das sah man auch. Tschicks
Klamotten waren alt, dreckig und zerrissen. Und sie
waren billig gewesen.

Tschick sprach langsam und hatte eine komische
Aussprache. Eigentlich sprach er ja russisch.
Er wirkte immer müde und abwesend. Man hatte
den Eindruck, er bekommt nicht viel mit.
Aber Tschick war nicht doof.

Er war zuerst auf die Förderschule gegangen. Und
jetzt war er auf dem Gymnasium. Er hatte sehr
schnell Deutsch gelernt. Das schaffte man nur,
wenn man schlau war. Und fleißig. Wagenbach
sagte: „Ich finde das sehr ungewöhnlich. Und
bewundernswert!“ Tschick fand das nicht.

Lesen Sie die vollständige Leseprobe auf der Internetseite des „Spaß am Lesen Verlag“.

Der „Spaß am Lesen Verlag“
Mit der Bearbeitung von „Tschick“ und anderen Romanen will der „Spaß am Lesen Verlag“ eine Zielgruppe erreichen, die normalerweise nicht mit „echter“ Lektüre in Berührung kommt. Er entwickelt leicht verständliche Bücher und Zeitungen für Menschen mit Leseschwierigkeiten. Gemeinsam mit Organisationen wie beispielsweise der Lebenshilfe, der Aktion Mensch oder dem Bundesverband für Alphabetisierung und Grundbildung e.V. führt der Verlag Projekte durch und arbeitet mit Verlagen zusammen, die bereit sind, die Rechte für die „Übersetzung“ ihrer Bücher in einfache Sprache an ihn zu übertragen.


Kontakt:
Spaß am Lesen Verlag
Friedrichstr. 9
48145 Münster
Tel.: 0251 - 39 65 30 99
E-Mail: info@spassamlesenverlag.de

Redaktionskontakt: schuster@dipf.de