Bericht

Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien

16.05.2013

Altersgerechte Leseförderung für Kinder und Jugendliche




Logo des Projekts, © dbv
Logo des Projekts, © dbv
Das Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ fördert außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung, die bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche von 3 bis 18 Jahren in ihrer Entwicklung unterstützen. Diese sollen von Bündnissen lokaler Partner mit aktiver Einbindung von zivilgesellschaftlichem Engagement durchgeführt werden. Zur Durchführung des Projekts „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ erhält der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) gemeinsam mit seinem Verbundpartner Stiftung Digitale Chancen innerhalb der nächsten drei Jahre (2013 bis 2015) eine Fördersumme in Höhe von bis zu 5 Mio. Euro, mit der lokale Bündnisse bei der Umsetzung von altersgerechten Lesefördermaßnahmen unterstützt werden.

Zeitgemäße Leseförderung in Bibliotheken
In dem dbv-Projekt wird die Lesefähigkeit von bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen mithilfe digitaler Medien in fünf altersgerechten Maßnahmen gefördert. Deren Interesse an den neuen Medien wird aktiv genutzt, um darüber die Lese-, Informations- und Medienkompetenz zu stärken und für das Lesen zu begeistern. Ausgangspunkt ist dabei immer eine gelesene Geschichte. Für die Durchführung der Maßnahmen werden Ehrenamtliche gewonnen, teilweise unterstützt durch Autorinnen und Autoren und pädagogische Fachkräfte. Für jede Maßnahme entwickelt die Stiftung Digitale Chancen ein eigenes Curriculum, zu dem die Ehrenamtlichen durch ein entsprechend konzipiertes Qualifizierungsangebot der Stiftung bundesweit kostenlos geschult werden.

Maßnahme für 3- bis 5-Jährige
Bilderbuchkino digital: „Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder“
Ausgangspunkt ist eine „Bilderbuchkino“-Veranstaltung, durchgeführt durch Ehrenamtliche in Kooperation mit einer örtlichen Kindertageseinrichtung. Die Kinder werden gemeinsam mit den Betreuern in die Bibliothek eingeladen, dort kann die Geschichte z.B. mit selbst gebasteltem Material oder Fingerpuppen weitererzählt werden. Ergänzend werden Ting-Stifte eingesetzt, mit denen Texte und Bilder des Buchs hörbar gemacht werden können.

Maßnahme für 6- bis 8-Jährige
KLick it! Vom Buch zum Netz
Vorgesehen sind (Vor-)Lesenachmittage für Kinder (und Eltern) in Bibliotheken mit gemeinsamem Surfen im Netz: Es wird eine Geschichte (vor-)gelesen, die mit der Lebenswelt der Kinder verbunden ist und einen kindgerechten positiven Helden zum Thema hat. Um das Leseerlebnis zu vertiefen, überlegen sich die Kinder mit Unterstützung der Ehrenamtlichen Fragen und besuchen im Internet altersgerechte Webseiten zu den gelesenen Geschichten und ihren Helden, Webseiten der Autorinnen oder Autoren u.ä.; Internetarbeitsplätze müssen hierfür vorhanden sein.

Maßnahme für 9- bis 12-Jährige
Fotostory 2.0: Fotografiere Deine Geschichte

Inhaltlich passend zu einer ausgewählten Geschichte wird ein Vertreter einer positiv besetzten lokalen Einrichtung (z.B. Feuerwehr, Polizei, Reitverein) zur gemeinsamen Lesung eingeladen. Inspiriert durch das Gelesene entwickeln die Kinder eine Fotostory und setzen diese grafisch um. Dafür können sie z.B. die jeweilige lokale Einrichtung besuchen oder andere geeignete Orte in der Kommune.

Maßnahme für 13- bis 15-Jährige
Read social! Offline lesen, online erzählen
Kreativ und selbstbestimmt eigene Inhalte im Web 2.0 produzieren: Jugendliche werden angeleitet, gelesene Geschichten in sozialen Netzwerken (weiter) zu erzählen, zu kommentieren und sich hierüber u.a. in Social-Reading-Plattformen auszutauschen. Der Einstieg in die Geschichten erfolgt über die Lesung eines Jugendbuchautors vor Ort. Das Weitererzählen der Geschichte bzw. das Schreiben über eines der Themen kann z.B. über einen Blog oder ein Profil erfolgen. Internetarbeitsplätze müssen hierfür vorhanden sein.

Maßnahme für 16- bis 18-Jährige
Go life! Was will ich werden?
Wie können das Internet und soziale Medien zur beruflichen Orientierung und Selbstdarstellung genutzt werden? Ausgehend von einem gemeinsam gelesenen Text, der Jugendliche in der Phase der beruflichen Orientierung zum Thema hat, werden diese vor die Aufgabe gestellt, sich unter Zuhilfenahme digitaler Medien mit sich selbst, ihren Fähigkeiten und den Fragen und Wünschen, die während der Berufsorientierung aufkommen, auseinanderzusetzen.

Bündnisse für Bildung – vor Ort gemeinsam stark
Kompetenzen nutzen und nachhaltige Strukturen aufbauen: Um die außerschulische kulturelle Bildungsarbeit auf lokaler Ebene zu stärken, werden alle Maßnahmen im Verbund von mindestens drei Institutionen umgesetzt. Bibliotheken führen die Maßnahme(n) immer mit mindestens zwei weiteren lokalen Bündnispartnern durch. Einer der Partner sollte idealerweise über den direkten Zugang zur entsprechenden Zielgruppe verfügen (z.B. Kitas, Schulen, Jugend- und Familienzentren), über den andere Partner sollten beispielsweise Ehrenamtliche gewonnen werden können.

Erste Bewerbungsrunde abgeschlossen - weitere Ausschreibungsrunden geplant
Im Oktober 2013 haben 32 Bündnisse aus 9 Bundesländern eine Förderungszusage erhalten. Der dbv wird interessierte Bibliotheken über weitere Ausschreibungsrunden informieren. Geplant sind folgende Termine (unter Vorbehalt):
2. Ausschreibungsrunde: 01. November 2013 bis 15. Januar 2014
3. Ausschreibungsrunde: 01. April 2014 bis 15. Mai 2014

Weitere Informationen unter: www.lesen-und-digitale-medien.de

Wie kann eine Beteiligung vorbereitet werden?
Bibliotheken können zum jetzigen Zeitpunkt vor Ort:
  • mit potentiellen Bündnispartnern und Ehrenamtlichen in Kontakt treten
  • gemeinsam mit den Bündnispartnern Zielgruppen mit einem besonderen Förderbedarf identifizieren
  • Lokale Bündnisse können sich auf alle ausgewählten 35 Projekte von Verbänden und Initiativen über die BMBF-Datenbank zentral bewerben.

Ansprechpartnerinnen in der dbv-Geschäftsstelle:
Brigitta Wühr
Tel.: (030) 644989913
E-Mail: wuehr@bibliotheksverband.de

Heike Lehmann
Tel.: (030) 644989924
E-Mail: lehmann@bibliotheksverband.de
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de