Bericht

Bündnisse für die Leseförderung

26.09.2012

BMBF fördert Initiativen der kulturellen Bildung




Logo des Förderprogramms
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© BMBF
163 bundesweit tätige Verbände und Initiativen der außerschulischen Bildung haben sich bei „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ um Fördermittel beworben. Am 20. September gab Bundesministerin Annette Schavan in Berlin die 35 Gewinner bekannt. Sie erhalten in den kommenden fünf Jahren insgesamt bis zu 230 Millionen Euro. Hiermit können sie außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung finanzieren, die sie mit mindestens zwei weiteren Kooperationspartnern in lokalen Bündnissen für Bildung anbieten. Teil eines lokalen Bündnisses können zum Beispiel Chöre, Musik- oder Theatergruppen, Bibliotheken, aber auch Kindergärten oder Schulen sein.
„Gute Bildung ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Mit den Bündnissen für Bildung bieten wir benachteiligten Kindern und Jugendlichen zusätzliche Bildungschancen“, erklärte Schavan. „Dabei konzentrieren wir uns mit ‚Kultur macht stark‘ auf die kulturelle Bildung, weil sich junge Menschen dadurch neue Ausdrucksformen erschließen können, die ihrer individuellen Entwicklung und ihrem Bildungserfolg entscheidend zugutekommen.“ Die Ministerin zeigte sich erfreut über die hohe Qualität der eingereichten Konzepte und betonte: „Sie zeigen, dass gute Bildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird, bei der wir alle an einem Strang ziehen.“
Hans-Heinrich Grosse Brockhoff, ehemaliger Kulturstaatssekretär in Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender der Jury, ergänzte: „Von Tanz und Theater über Literatur und Leseförderung bis hin zu Film und Medien ist die gesamte Bandbreite der kulturellen Bildung bei den ausgewählten Projekten vertreten. Ich bin sicher, dass insbesondere bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche wirklich profitieren werden.“
Die Schriftstellerin und Journalistin Hatice Akyün erklärte als Mitglied der Jury: „Mich haben vor allem die ungewöhnlichen und originellen Ideen in den Konzepten überrascht. Ich glaube, diese Projekte können wirklich etwas bewirken, weil sie alle Kinder und Jugendliche unseres Landes im Blick haben, egal woher sie ursprünglich stammen. Die Projekte sind zeitgemäß, modern und man spürt, wieviel Herzblut in ihnen steckt.“
Außerschulische kulturelle Bildungsangebote leisten einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit und des Selbstbewusstseins junger Menschen. Allerdings haben viele von ihnen nicht so gute Zugangschancen zu kultureller Bildung wie junge Leute mit bildungsaffinem Hintergrund. Zu diesem Befund kommt das vom BMBF geförderte Zweite Jugendbarometer, das am 10. Mai dieses Jahres veröffentlicht wurde. Das soll sich mit den nun geförderten Projekten „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ ändern. Durch die Teilnahme an kulturellen Projekten, Ferienfreizeiten oder im Austausch mit ehrenamtlichen Mentoren erleben Kinder und Jugendliche persönliche Wertschätzung und Stärkung ihres Selbstbewusstseins in einem kontinuierlichen Rahmen. Sie werden ermutigt, ihr eigenes Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Quelle: www.buendnisse-fuer-bildung.de

„Lesen in Deutschland“ gratuliert allen Gewinnern und freut sich besonders über die Förderung der Initiativen und Projekte, deren Ziel die Sprach- und Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen ist. Es folgen Auszüge aus den Pressemitteilungen der geförderten Institutionen.

Deutscher Bibliotheksverband e.V. - „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“
Für das Konzept „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ erhält der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) umfangreiche Projektfördermittel. Die Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes Monika Ziller dazu: „Wir freuen uns außerordentlich über diese Entscheidung und möchten uns sehr herzlich bei der Jury bedanken! Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Stiftung Digitale Chancen können wir jetzt ermöglichen, dass Bibliotheken noch intensiver Sprach- und Leseförderung in den Kommunen anbieten und sich dabei verstärkt den digitalen Medien zuwenden. Die Bibliotheken erfüllen damit auch ihren gesellschaftlichen Bildungsauftrag und richten sich mit diesem Projekt insbesondere an Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern aus eher bildungsfernen Schichten. Im kommunalen Netzwerk der Sprach- und Leseförderung werden die Bibliotheken somit noch stärker verankert.“
Quelle: www.bibliotheksverband.de

Stiftung Lesen - „Leseclubs“
Im Rahmen der Bündnisse für Bildung wird die Stiftung Lesen zwischen 2013 und 2017 insgesamt 200 Leseclubs an ausgewählten Standorten einrichten, in denen bis zu 25.000 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis zwölf Jahren erreicht werden. Die Leseclubs richten sich vor allem an Kinder aus bildungsfernen Milieus, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und so genannte Lese-Risikogruppen wie zum Beispiel Jungen. Ziel dieses Angebots ist es, Kindern und Jugendlichen, die normalerweise weniger gern lesen, für das Lesen zu begeistern und damit Lesekompetenz zu vermitteln. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die spielerische Beschäftigung mit verschiedenen Lesemedien, um mit Freude und ohne Leistungsdruck zu lesen. Mit Hilfe der Fördermittel des BMBF in einstelliger Millionenhöhe wird die Stiftung Lesen die Leseclubräume mit Büchern, anderen Medien und Mobiliar ausstatten sowie die ehrenamtlichen Leseclub-Betreuer schulen und bei ihrer Arbeit kontinuierlich unterstützen.
Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführerin der Stiftung Lesen, betont: „Wir bedanken uns beim Bundesministerium für Bildung und Forschung und Bundesministerin Schavan für das Vertrauen in unsere Arbeit und die Unterstützung beim Ausbau der Leseclubs, die ein wichtiger Bestandteil der außerschulischen Leseförderung sind. Sie helfen dabei, bessere Zugänge zur Bildung zu schaffen, denn je mehr Freude Kinder am Lesen entwickeln, desto besser können sie in der Regel später lesen.“
Quelle: www.stiftunglesen.de

Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. „Literanauten überall“
Der Arbeitskreis für Jugendliteratur arbeitet seit zehn Jahren mit bundesweit über 20 Jugend-Leseclubs zusammen. Die "Literanauten" – ihre engagierten Mitglieder – setzen sich regelmäßig und intensiv mit Literatur auseinander, nicht zuletzt im Rahmen des Preises der Jugendjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis. Sie haben den Mut und die Chance, sich auf das Lesen und auf Geschichten einzulassen. Und sie profitieren davon. Aber nicht allen Jugendlichen stehen diese Möglichkeiten offen, z.B. weil sie nicht über ausreichende Lesefähigkeit verfügen, keinen Zugang zu Büchern haben oder aus einem Umfeld kommen, in dem Lesen keine Wertschätzung erfährt. Diese Jugendlichen werden die "Literanauten" in ihrer Region dazu einladen, mit ihnen gemeinsam die Reise in die Welt der Bücher und Geschichten und einen Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu wagen.
Ziel der Initiative "Literanauten überall" ist es, dass begeisterte Leserinnen und Leser als Lesebotschafter bei Gleichaltrigen aktiv werden. Der Arbeitskreis für Jugendliteratur wird das Projekt von 2013 bis 2017 koordinieren, Jugendliche aus den Leseclubs entsprechend schulen, sie bei der Auswahl geeigneter Bücher bzw. Medien unterstützen, sie beraten und ihnen Methoden an die Hand geben, damit sie in ihrem Umkreis und mit dazu passenden Maßnahmen auch buch- und bildungsferne Jugendliche erreichen. Die Besonderheit des Vorhabens liegt darin, dass sich Jugendliche – im Sinne von aktiver Teilhabe – für andere Jugendliche engagieren, während die beteiligten Erwachsenen im Hintergrund bleiben, moderierende Aufgaben übernehmen und die notwendige Fachlichkeit sicherstellen.
Quelle: www.jugendliteratur.org

Borromäusverein e.V. - „Ich bin ein LeseHeld“
Das Projekt „Ich bin ein LeseHeld“ ist für 5- bis 7-jährige und für 8- bis 10-jährige Jungen konzipiert, die in Kooperation von Katholischen öffentlichen Büchereien (KÖB) mit Kindergärten, Schulen, lokalen Vereinen und Berufssparten durch unterschiedliche Aktionen rund um das Lesen bei ihren Interessen abgeholt und gezielt an lustvolles Lesen herangeführt werden sollen. Bewegung, Spiel und Kreativität mit Gleichaltrigen in Kombination mit lesenden männlichen Vorbildern sollen Spaß am Lesen wecken, die Lesesozialisation und damit auch die Bildungschancen der Jungen positiv beeinflussen.
Gunda Ostermann, die Geschäftsführerin des Borromäusvereins e.V., sagte dazu: „Wir freuen uns sehr über die Förderung unseres Projektes und danken der Jury und dem Ministerium sehr herzlich. Wir möchten mit unserem Leseförderprojekt gemeinsam mit den Katholischen öffentlichen Büchereien (KÖB) vor Ort gezielt Jungen fördern und zum Lesen motivieren“.
Quelle: www.borromaeusverein.de

Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise e. V. - „Autorenpatenschaften. Literatur lesen und schreiben mit Profis“
„Wir freuen uns sehr, dass unser Projekt der Autorenpatenschaften des Bundesverbandes der Friedrich-Bödecker-Kreise vom Bundesbildungsministerium für das Programm Bündnisse für Bildung als eines von 35 Projekten unter 163 Antragstellern ausgewählt wurde“, betonte Malte Blümke, Bundesvorsitzender der Friedrich-Bödecker-Kreise (FBK) in Hannover. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, in den einzelnen Bundesländern mit Bildungs- und Kulturpartnern vor Ort fünf Jahre lang professionelle Kinder- und Jugendbuchautoren mit Kindern und Jugendlichen, die bisher wenig Zugang zu Büchern gehabt haben, zusammen zu bringen und ihnen mit Leseworkshops die Welt der Literatur zu öffnen“, so Malte Blümke.
Das Leseförderungskonzept des Friedrich-Bödecker-Kreises vereint mit professioneller Anleitung der Autorinnen und Autoren Lesen und Schreiben und hat damit die hochkarätige Jury des Bundesbildungsministeriums überzeugt. In ihrer Auswahlbegründung formuliert die Jury: „Wer liest, lernt sich selbst und die Welt zu verstehen. Wer versteht, kann sein eigenes Leben in die Hand nehmen und an dem der Gesellschaft teilhaben. Wer zu lesen und zu verstehen gelernt hat, ist auf dem Weg sich selbst ausdrücken zu können. Wer sich Anderen mitteilen will, sollte schreiben!“
Quelle: www.fbk-brandenburg.de
Redaktionskontakt: schuster@dipf.de