Bericht

AusLese 2011

27.09.2011

Auszeichnung für Deutschlands beste Leseförderer und -forscher




Auszeichnung der Lesewelt Ortenau
Auszeichnung der Lesewelt Ortenau
© Stiftung Lesen
Witz, Ideenreichtum und viel Tatkraft: Diese Eigenschaften verbinden die sieben Persönlichkeiten und Institutionen, die als Deutschlands beste Leseförderer
am 21. September in der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz in Mainz in Anwesenheit von Staatssekretärin Vera Reiß mit dem AusLese-Preis der Stiftung Lesen ausgezeichnet wurden. Der Preis, der alle zwei Jahre in mehreren Kategorien verliehenen wird, gilt als die renommierteste Auszeichnung des Landes im Bereich der Leseförderung. Preisstifter ist die Commerzbank-Stiftung. Begleitend wurden herausragende Nachwuchsforscher mit dem „Wissenschaftspreis der Stiftung Lesen“, der im gleichen Rhythmus verliehenen wird, prämiert. Die Wochenzeitung DIE ZEIT präsentierte das Ergebnis einer Charity-Initiative zugunsten von Projekten der Stiftung Lesen.

AusLese-Preis der Kategorie „Medien“
Der AusLese-Preis der Kategorie „Medien“ geht nach Köln: Preisträger sind die Macher der vom WDR monatlich ausgestrahlten und von Mike Litt und DJ Larse moderierten Sendung „1LIVE Klubbing“. Im Fokus des literarischen Programmteils stehen Texte junger Autoren, die vor Live-Publikum präsentiert werden – flankiert durch Online-Angebote. Nach Auskunft der Preisjury gelingt es der Sendung „auf überzeugende Weise, Lesefaszination durch einen multimedialen Ansatz zu wecken“.

AusLese-Preis für „Herausragendes Engagement“
Als „Unternehmerpersönlichkeit, die Leseförderungsideen mit viel Tatkraft umsetzt“ wurde der Rüdesheimer Bäckermeister Stefan Dries in der Kategorie „Herausragendes Engagement“ ausgezeichnet: So kommunizierte er die Lesefeste des von ihm mitinitiierten Vereins „Lesefest – Netzwerk Leseförderung Rheingau-Taunus e.V.“ auf 120.000 Brötchentüten.

AusLese-Preis für eine „Herausragende Initiative“
„LeseRitter – dem Wort eine Stimme geben“ heißt das in der Kategorie „Herausragende Initiativen“ prämierte Projekt der Wiesbaden Stiftung in Wiesbaden: Schüler werden dank einer Kooperation mit der Wiesbadener Schule für Schauspiel in Vorlesetechniken geschult, anschließend zum „Lese-Ritter“ geschlagen – und lesen dann in sozialen Einrichtungen vor. Das Projekt wird mit dem Rotary Club Wiesbaden-Rheingau unter der Schirmherrschaft von Dr.-Ing. Bernhard Müller durchgeführt, Sponsor ist die Jean Müller GmbH. Das Projekt veranschaulicht laut Jury, „dass Vorlesen eine faszinierende Erfahrung sein kann – für die Zuhörer, aber auch für die Vorlesenden selbst.“

AusLese-Preis für drei „Herausragende Initiativen“
Gleich drei Initiativen wurden in der jeweils mit 1.000,- Euro dotierten Förderpreis-Kategorie, die ebenfalls „Herausragende Initiativen“ betitelt ist, ausgezeichnet: Das Netzwerk Lesewelt Ortenau e.V. mit Sitz in Offenburg setzt sich laut Jury in „außerordentlicher Vielfalt“ für regionale Leseförderung ein – etwa durch Lesungen in Asylbewerberheimen. Ein herausragender Ansatz sei außerdem die Einbindung sehbehinderter Menschen als Vorleser.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Initiative „Drachenstark“ des Karateteams Reutlingen: Sie verknüpft im Rahmen von Karate-Projekttagen mit Lektüreangeboten Sportförderung mit Leseförderung und nutzt dabei nach Ansicht der Jury „erfolgreich die Begeisterung, die der Karatesport bei Kindern weckt“.

Das Projekt „VorLeseLaden“ der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) Leipzig in Kooperation mit der Leipziger Wohnungsbaugesellschaft sowie Professoren der Universität Leipzig ist ebenfalls Preisträger dieser Kategorie: Mehrere dieser Einrichtungen gewährleisten in bildungsfernen Milieus eine nachhaltige Vorlese-Infrastruktur, Studierende engagieren sich als Vorleser. Die Jury: „Ein Ansatz, der große Beachtung verdient.“

„Lesekalisch – Bücher haben Gewicht“ - Unter diesem Motto iniitieren die Stadtbibliothek Mönchengladbach und der VfL Borussia Mönchengladbach eine ebenfalls in dieser Kategorie ausgezeichnete Kampagne: „Jünter“, das Vereinsmaskottchen, wirbt im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen und Materialien, die sich insbesondere an Familien mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Umfeldern richten, für das Lesen. Partner ist der Integrationsbeauftragte der Stadt Mönchengladbach. Die Jury: „Kaum ein Projekt, das die Fußball-Faszination für Leseförderungsimpulse nutzt, ist so nachhaltig angelegt.“

Wissenschaftspreis der Stiftung Lesen
Der Wissenschaftspreis der Stiftung Lesen wurde zum zweiten Mal überhaupt verliehen - erstmals werden zwei Preisträger geehrt: „Lesemotivation und Lesestrategien. Der subjektive Sinn des Bücherlesens für 10- bis 14-Jährige“ heißt die Dissertation der Münchner Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Senta Pfaff-Rüdiger (33), die den mit 2.000 Euro dotierten ersten Preis erhält. „Die anspruchsvolle und innovative Untersuchung eröffnet neue Perspektiven sowohl in der Mediennutzungsforschung als auch für die konkrete Leseförderung“, heißt es in der Begründung des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen. Für seine Arbeit „Förderung von Leseflüssigkeit. Theoretische Fundierung und empirische Überprüfung“ erhält der Frankfurter Germanist Dr. Daniel Nix (35) den mit 1.000 Euro dotierten zweiten Preis. Aus der Begründung: „Die Studie bereichert die aktuelle Diskussion zu Lesekompetenz und Alphabetisierung wie auch die Leseförderung.“

Preisverleihung in der Rheinland-Pfälzischen Staatskanzlei
Den Rahmen der Preisverleihung bildete eine Festveranstaltung in der Rheinland-Pfälzischen Staatskanzlei in Anwesenheit von Vera Reiß, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, sowie von Astrid Kießling-Taskin, Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung, mit rund 200 geladenen Gästen aus dem Bereich Leseförderung. Der Comedian Bernhard Hoëcker präsentierte ein thematisch passendes Programm. Durch den Abend führte die Fernsehmoderatorin Barbara Hahlweg. Dr. Jörg Pfuhl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen, sowie Stiftung Lesen-Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg F. Maas, ehrten die Preisträger, die von der Stiftung Lesen aus über 100 Vorschlägen gekürt worden waren. Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer DIE ZEIT, überreichte als Ergebnis einer Leseförderungs-Charity-Initiative seines Hause einen Scheck in Höhe von 10.000,- Euro für Leseförderungsprojekte der Stiftung Lesen: Diesen Reinerlös hat die „Kinderfilm-Edition“ von DIE ZEIT erzielt. Für seine herausragenden Verdienste für die Stiftung Lesen erhielt der zu Jahresbeginn 2011 in den Ruhestand gegangene ehemalige Hauptgeschäftsführer Heinrich Kreibich das „Goldene Buch“ der Stiftung Lesen“.

Den musikalischen Rahmen gestaltete die a capella-Gruppe „kirschgrün“.

Kontakt:
Christoph Schäfer
Stiftung Lesen
Römerwall 40
55131 Mainz
Tel.: (06131) 2 88 90-39
E-Mail: Christoph.Schaefer@StiftungLesen.de
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